Wirtschaft : Kuren, Zähne, neue Nasen – wo Sie sparen können

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Kuren

Auch nach der Gesundheitsreform hat jeder gesetzlich Versicherte alle vier Jahre theoretisch Anspruch auf eine Kur. Doch die Krankenkassen sind sparsamer geworden, Kuren werden immer seltener bewilligt.

Private Anbieter profitieren von dieser Entwicklung. So verzeichnet der Berliner Kurveranstalter Euromed (www.euromedberlin.de) eine steigende Nachfrage von Privatpersonen, die sich den Kuraufenthalt selber finanzieren. Euromed bietet die Drei-Wochen-Kur im tschechischen Franzensbad ab 813 Euro an. „Nach einer Eingangsuntersuchung bekommt der Patient jeden Tag drei Anwendungen, etwa Massagen, Bewegungstherapie und Packungen“, verspricht der Veranstalter. Eine vergleichbare Kurreise ins polnische Bad Kudowa kostet nur 504 Euro. Deutsche Anbieter können beim Preis nicht mithalten. Etwa 500 bis 600 Euro pro Woche, so die Faustregel, zahlt der Patient bei Aufenthalten in inländischen Kurorten. Im bayerischen Bad Füssing zahlt der Kurgast mit 1599 Euro mehr als den dreifachen Preis.

Zahnarzt

Ab 2005 wird er aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ausgegliedert und muss privat versichert werden. Traditionelles Ziel deutscher Zahntouristen ist Spanien. In den Urlaubsregionen wie Mallorca prangt unten vielen „Clinica-Dental“-Schildern ein deutscher Name. Zahnkliniken wie die von Tilo Hörstmann in Palma de Mallorca (www.mallorca-superdent.de) bieten ihren deutschen Patienten in der Heimat auch Partnerärzte, die die Nachsorge übernehmen. Bis zu dreißig Prozent billiger ist die Zahnbehandlung in Spanien. Vor dem Eingriff sollten Patienten aber in jedem Fall einen Heil- und Kostenplan beim ausländische Zahnarzt anfordern und diesen mit ihrer Krankenkasse durchsprechen. Dann ist die Zuzahlung in der Regel kein Thema.

In Polen ist das noch schwieriger. Zwar lassen sich hier bis zu fünfzig Prozent der Kosten sparen, aber die deutschen Kassen zahlen bislang nichts dazu. Beim Zahnersatz kann sich die Fahrt zum polnischen Zahnarzt dennoch lohnen. „Bei uns kostet das Zahnimplantat mit Krone 800 Euro, in Deutschland mindestens das Doppelte“, sagt Iwona Stepniewska von der Agentur Medi Invite (www.zahnbehandlung-ausland.de). Sie vermittelt deutsche Patienten in eine Stettiner Zahnklinik. Alle Implantate seien von höchster Qualität, versichert Stepniewska.

Schönheitsoperationen

Der Kontakt zu plastischen Chirurgen im Ausland wird meistens über Agenturen hergestellt. Sebastian Wahl von CZ-Wellmed (www.CZ-Wellmed.de) vermittelt seit fünf Jahren Deutsche in tschechische Kliniken. „85 Prozent der Interessenten kommen zur Brustvergrößerung und/oder zum Fettabsaugen“, sagt Wahl. Die Brustvergrößerung in der Klinik Budweis kostet inklusive Silikonkissen 2250 Euro, in der Blankeneser Privatklinik in Hamburg mit 4600 Euro mehr als das Doppelte.

Augenoperation

Auch Augenoperationen per Laser sind im Ausland günstiger. In Deutschland kann eine ambulante Laser-Behandlung für beide Augen zwischen 2000 und 4000 Euro kosten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nicht. In der Türkei bekommen Patienten eine solche Operation schon für 1060 Euro. Das Eyestar Lasik Institut in Istanbul bietet dafür die Vor- und Nachbehandlung für beide Augen. Selbst, wenn der Flug und die Übernachtung mit eingerechnet werden, kostet die dreitägige „Operationsreise“ rund ein Drittel einer entsprechenden Operation in Deutschland. Seit fünf Jahren werden in dem Institut pro Monat 100 Deutsche behandelt. „Mehr Patienten könnten wir auch nicht aufnehmen“, sagt Savas Erkan vom Eyestar Lasik Institut in Istanbul in fließendem Deutsch. „Sollten nach der Laserbehandlung jedoch Probleme auftreten, bieten wir die Folge-Operation kostenlos an.“ zak/sök

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