Wirtschaft : Kursabschläge bieten neue Chancen für Einsteiger

Marc A. von Dewitz ist Mitglied der Geschäfts

Die Kursbewegungen der letzten Wochen verlangten von den Investoren ein hohes Maß an Nervenstärke. Der Neue Markt folgte mehr oder weniger den Tendenzen der amerikanischen Wachstumsbörse Nasdaq, zuletzt war er aber erheblich ruhiger. Die Titel der Old Economy, gemessen am Euro-Stoxx 50-Index, konnten im letzten Monat sogar zulegen. In der Vergangenheit wurde die Korrekturphase oft auch als Crash betitelt und gleichzeitig mit vielen alten Börsenweisheiten versucht, den Anleger auf die Seite des Meinungsgebers zu ziehen. "Nie in fallende hinein Kurse kaufen" - sicherlich ein Spruch, der ein Fünkchen Wahrheit besitzt, allerdings läuten an der Börse zum günstigsten Einstiegszeitpunkt auch nicht die Glocken. Richtig ist auch, dass "nicht alle Eier in einen Korb gelegt" werden sollen, das heißt, der Anleger nicht nur auf Wachstumswerte beziehungsweise wenige Branchen setzen sollte.

Schauen wir auf die Gründe, die für die großen Schwankungsbreiten verantwortlich sind: In den USA sorgten das Urteil gegen Microsoft und zuletzt schwächere Unternehmensgewinne für nachgebende Kurse. Hinzu kommt, dass auf Grund der starken Konjunktur und des wachsenden Inflationsdrucks mit einer weiteren Zinsanhebung durch die US-Notenbank am 16. Mai um wahrscheinlich 50 Basispunkte gerechnet wird. In Deutschland sorgte das Ausbleiben der Liquidität, durch die Vielzahl an Neuemissionen begründet, für nachgebende Notierungen. Zudem haben die Börsenlieblinge der Euphoriephase (Telekom, SAP) aus verschiedenen Gründen erheblich an Wert eingebüßt. Außerdem beginnt die Schwäche des Euro die Anleger zu verunsichern. Gründe hierfür sind unter anderem die bevorstehende Aufnahme Griechenlands in den Währungsverband, die zaghafte Zinspolitik der EZB sowie Akquisitionen von Euro-Firmen im Dollar-Raum. Die Fundamentaldaten sprechen für die Währung und auch für europäische Aktien. Euroland befindet sich in einem konjunkturellen Aufschwung.

Wie soll sich nun der Anleger verhalten? Grundsätzlich gilt, dass langfristig Aktienanlagen weiterhin die bessere Anlagealternative sind. In Zeiten großer Schwankungen nach unten gilt, dass Panik ein schlechter Ratgeber ist. In diesen Börsenphasen sollte der Anleger sein Portfolio überprüfen. Wer bisher in der New Economy nur zaghaft oder nicht investiert hat, hat nun eine neue Chance erhalten, Qualitätstitel aus den Zukunftsbranchen seinem Depot beizumischen. Die Aktien von Qiagen sind interessant. Ebenso gehören Aktien, die als Konjunkturgewinner gelten, in das Depot. Neben der deutschen Großchemie favorisieren wir europäische Titel wie Carrefour oder Asea Brown Boveri. Als Zulieferer für die auflebende Flugzeugindustrie und als Ausrüster von Flugsicherheitssystemen gefällt uns die Honeywell-Aktie aus den USA sehr gut. Ansonsten richten sich die Blicke auf die neue Zusammensetzung der deutschen Indizes - insbesondere auf T-Online als Neuling für den Nemax 50 und auf Infineon als Kandidat für den Dax.Marc A. von Dewitz ist Mitglied der Geschäftsleitung der Deutsche Bamk Berlin und zuständig für das Private Banking

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