Wirtschaft : Kurse am Neuen Markt explodieren

FRANKFURT (MAIN) (rtr). Die stürmische Nachfrage nach Medien-Aktien am Neuen Markt hat am Donnerstag zu einer Kursexplosion bei einigen Wachstumswerten geführt. Titel wie Kabel New Media, RTV Family Entertainment und Highlight verbuchten Kursaufschläge von mehr als 40, zeitweise sogar von mehr als 50 Prozent. Ein Frankfurter Chefhändler sprach von regelrecht "jähzornigen" Käufern. "Jetzt drehen die Leute durch", so sein Resümee.Fundamentale Gründe für die Kurssprünge wußten Marktteilnehmer mit Ausnahme von RTV nicht zu nennen. Dort gibt es den Angaben zufolge Gerüchte über eine Übernahme durch EM-TV. Allerdings seien diese Spekulationen nur wenig wahrscheinlich, hieß es.Ausgelöst wurde die Medien-Hausse den Angaben zufolge vor rund einer Woche, als Intertainment eine Kooperation mit dem US-Filmkonzern Time Warner bekanntgegeben hatte. Daraufhin war der Kurs binnen drei Tagen um mehr als 50 Prozent geklettert. "Das hat alle schockiert und aufgeweckt", sagte ein Händler in Frankfurt. Andere Titel zogen mit und erlebten noch deutlich kräftigere Kurssprünge. Seit dem 18. Juni hat sich so der Kurs von RTV in etwa verdreifacht, bei Kabel New Media in etwa verdoppelt. Analysten sprachen von einer Initialzündung, nachdem sich der Neue Markt zuvor über längere Zeit in Lethargie befunden habe.Am Donnerstag profitierten selbst Firmen, die nicht direkt der Medienbranche zuzuordnen sind, von dem Run. Der Börsenneuling I-D Media beispielsweise, der seit dem Börsengang eher vernachlässigt wurde, legte rund 35 Prozent zu. "Nur weil sie Media im Namen führen", sagte ein Branchenexperte. Tatsächlich handele es sich dabei um ein Internetunternehmen. Vereinzelt wurde auch vermutet, ein Marktteilnehmer baue einen neuen Medienfonds auf. Doch gab es auch Verlierer: Cinemedia, Cybernet und SCM Microsystem notierten im Minus.Die Kurssprünge waren begleitet von kräftigen Umsätzen in den jeweiligen Werten. "Da geht der Free-float zum Teil mehrfach um", hieß es. Mitverantwortlich für den Aufschwung sei auch der Einfluß vom Terminmarkt gewesen. So mußten den Angaben zufolge oft Short-Positionen gedeckt werden, was die Kurse zusätzlich nach oben zog. "Viele haben geglaubt, die Titel seien zu hoch bewertet", sagte ein Aktienstratege einer Frankfurter Großbank.Die übrigen Titel am Frankfurter Neuen Markt präsentierten sich unterdessen eher uneinheitlich. Hier fielen die Umsätze auch erheblich geringer aus als bei den Medientiteln. Gegen 14 Uhr pendelte der Neue-Markt-Index um die Marke von 3377 Punkten, das entsprach einem Plus von 0,7 Prozent. Der Höchststand lag bis zu diesem Zeitpunkt bei 3426,83 Zählern.

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