Wirtschaft : Kursfeuerwerk an der deutschen Börse

Überraschend positive Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt treiben den Dax um gut vier Prozent nach oben

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Berlin/Frankfurt (Main) (brö/dr). An den deutschen Aktienmärkten ist es am Freitag zu einem überraschenden Kursfeuerwerk gekommen. Bei – wegen des Feiertages – geringen Umsätzen, zogen die Kurse sehr deutlich an und der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte zeitweise um fast fünf Prozent. Zum Börsenschluss lag der Leitindex, der die Entwicklung der 30 wichtigsten deutschen Werte widerspiegelt, bei 314,00 Punkten, ein Plus von 4,3 Prozent.

Auch die Börsen in den USA eröffeneten deutlich fester. An der Wall Street konnte sich der DowJones-Index zwischenzeitlich um rund 1,6 Prozent verbessern. Noch deutlicher fielen die Gewinne an der Technologiebörse Nasdaq aus. Hier kletterte der Index zunächst um fast drei Prozent.

Der Hauptgrund für den gestiegenen Optimismus der Börsianer waren neue Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt. „Die Arbeitsmarktdaten sind besser als erwartet ausgefallen und geben dem Markt Auftrieb“, sagte ein Händler. Zum ersten Mal seit acht Monaten hatte die Beschäftigung in der größten Volkswirtschaft der Welt wieder zugenommen. Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft kletterte im September um 57000 nach einem Rückgang um 41000 im August, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag mit. Bei den Fachleuten weckte dies die Hoffnung, dass die erwartete Erholung der amerikanischen Wirtschaft sich nun doch auf den Arbeitsmarkt niederschlagen könnte. Bislang hatte die Befürchtung vorgeherrscht, der für US-Verhältnisse schwache Aufschwung könne zu einem „jobless growth“, also einem Wirtschaftswachstum ohne neue Arbeitsplätze führen. Für dieses Jahr gehen die meisten Prognostiker von einem Plus von 2,5 Prozent aus, für das kommende Jahr von 3,7 Prozent – für amerikanische Verhältnisse ein recht schwacher Wert. Nach Einschätzung der Deutschen Bank könnte der überraschende Anstieg der Beschäftigtenzahl die Trendwende am US-Arbeitsmarkt gewesen sein.

Die Börsianer hoffen nun, dass eine Zunahme der Beschäftigung auch die Binnennachfrage in den Vereinigten Staaten ankurbeln wird – die macht rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Sollte der private Konsum allerdings nachlassen, könnte die erhoffte Erholung der Wirtschaft gebremst werden.

Die positiven Nachrichten aus den USA setzten auch den Euro gegenüber dem Dollar unter Druck. Zeitweise rutschte die europäische Gemeinschaftswährung am Freitag unter die Marke von 1,16 Dollar. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich der Kurs aber wieder teilweise erholen; der Euro kostete am Nachmittag 1,1626 Dollar. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Kurs noch auf 1,1686 (Donnerstag: 1,1692) Dollar festgesetzt.

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