Wirtschaft : Kurswert liegt mittlerweile unter einem Dollar

Karin Birk

Der Euro ist weniger als einen Dollar Wert. Die Europäische Zentralbank musste gestern erstmals den Euro-Referenzkurs auf unter einen Dollar festlegen. Als die gemeinsame europäische Währung vor gut einem Jahr an den Start ging, bezahlten die Amerikaner noch rund 1,17 Dollar für einen Euro. Der Wertverfall hält an, allen Beteuerungen der Europäischen Zentralbank zum Trotz, im Euro liege noch viel Aufwärtspotenzial. Die Kapitalmärkte lassen sich nicht auf eine ungewisse Zukunft vertrösten. Stattdessen reagieren sie auf die aktuellen Zahlen. Und die sprechen für die USA. Die amerikanische Wirtschaft wächst noch immer stärker als in Europa. Die Aussichten auf Unternehmensgewinne und auf bessere Renditen sind jenseits des Atlantik höher als im Euro-Raum. Und daran wird sich kurzfristig wohl auch nichts ändern. Hinzu kommt der Zinsunterschied. In den Vereinigten Staaten und Großbritannien sind die Zinsen höher als im Euro-Raum. Kein Wunder, dass es das Kapital nach Westen drängt und der Wechselkurs sinkt.

Doch der Außenwert der Währung ist nicht alles, vor allem in einem so großen Währungsraum wie Euro-Land. Und der Binnenwert des Euro bleibt vorerste stabil. Wenngleich die Preissteigerung zur Zeit wieder leicht zunimmt, ist sie mit knapp über einem Prozent noch immer relativ niedrig. Noch gibt es keinen Grund zur Panik. Offen bleibt allerdings, ob die steigenden Ölpreise kombiniert mit einem starken Dollar die Engergiekosten nicht zu kräftig in die Höhe treiben und so die Inflation quasi in den "Euro-Raum" importiert wird. Diese Bedenken sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Andererseits sorgen liberaliserte Märkte wie bei der Telekommunikation oder dem Strom für weiter sinkende Preise. Voerst also noch kein Grund zur Sorge.

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