Wirtschaft : Kurzmeldungen

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Teamgeist ist der Trumpf der Auto 5000 GmbH. „Allein schon durch die monatelange Qualifizierung, die unsere Talente zusammen durchlebt haben, halten sie zusammen“, sagte Daniela Cavallo, Betriebsratsmitglied der VW-Tochter in Wolfsburg. Denn bei dem vom Personalvorstand Peter Hartz eingeführten Tarifmodell „5000 mal 5000“ von VW, mit dem am Donnerstag der erste Kompakt-Van vom Band gelaufen ist, könnte es Anlass zu Konflikten zwischen den Mitarbeitern – von VW motivierend als „Talente“ bezeichnet – geben .

Schließlich bekommen die ehemaligen Arbeitslosen alle gleich viel Geld – nämlich 5000 Mark oder 2556 Euro. Insgesamt 5000 sollen eingestellt werden, 200 arbeiten bereits in der Fertigung. Bezahlt werden die „Talente“ unabhängig davon, ob sie vor dem Start ihrer Karriere als Autobauer eine jahrelange Ausbildung genossen haben oder nicht.

Zudem setzt das Tarifmodell, mit dem VW günstiger produzieren will, auf Verantwortung. Schaffen die Mitarbeiter die geforderte Leistung oder Qualität nicht, müssen sie unentgeltlich nacharbeiten – auch, wenn sie nicht selbst schuld sind. Ist einer aus dem Team zu langsam, müssen alle länger bei der Arbeit bleiben.

Dass hier Probleme vorprogrammiert sind, gibt auch der grundsätzlich positiv eingestellte Betriebsrat zu. „Zu diesen Problempunkten verhandeln wir gerade eine Betriebsvereinbarung, in der wir die Schuldfrage, die Teamzusammensetzung und die Leistungsbemessung regeln“, sagt Bernd Osterloh, Mitglied des geschäftsführenden Betriebsausschusses.

Bei der Schuldfrage ist sich der Betriebsrat allerdings sicher, dass es kaum Probleme gibt. „Zu 95 Prozent sind nicht die Mitarbeiter, sondern äußere Umstände an Produktionsfehlern schuld.“ Bei den geplanten Leistungsboni, die VW bei einem guten Betriebsergebnis zahlen will, befürchtet der Betriebsrat Elitenbildung und besteht auf einem teambezogenen Bonus. „Ist der Bonus individuell, entsteht eine Elite, und das wollen wir nicht“, sagt Osterloh.

Momentan sind die möglichen Konflikte zwischen Team-Mitgliedern noch nicht da – denn die Auto 5000 GmbH ist noch in der Vorproduktion und produziert noch nicht im Takt. Mittlerweile werden in Wolfsburg fünf bis sieben Autos pro Tag gefertigt. Diese Autos sind laut Auto 5000 für Typprüfungen und Crashtests bestimmt. Im Februar 2003 soll das neue Modell dann auf den Markt kommen. Bei Vollauslastung sollen dann 800 bis 1000 Fahrzeuge pro Tag hergestellt werden.

Neben den 200 Mitarbeitern in der Fertigung sind derzeit weitere 591 in der Qualifizierungsphase, sagte eine Auto-5000-Sprecherin. Der Übergang in die Serienproduktion werde fließend erfolgen. Einen Termin gebe es noch nicht . Flora Wisdorff

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