Wirtschaft : Ladenschluss: Debatte um weitere Liberalisierung kommt wieder in Schwung

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Die Debatte um eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten kommt wieder in Schwung. Die Wirtschaftsminister der Länder sprachen sich am Donnerstag bei einem Treffen in Dresden für eine Lockerung aus. Es sollen nun zwei Modelle als Diskussionsgrundlage in den Bundesrat eingebracht werden, sagte der Sprecher des sächsischen Wirtschaftsministeriums, Burkhard Zscheischler. Nach einem Vorschlag des Freistaates sollen die Ladenschlusszeiten an Werktagen von Montag bis Sonnabend vollkommen abgeschafft werden, eine Rund-um-die-Uhr-Öffnung möglich sein. Die zweite Variante ist der Vorschlag Berlins, der eine Ausdehnung lediglich bis 22 Uhr vorsieht. Der Sonntag bleibt in beiden Modellen als Ruhetag bestehen.

"Die Front bröckelt", sagte Zscheischler dem Tagesspiegel. Auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) spreche sich mittlerweile für die Freigabe bis 22 Uhr aus. Die Warenhäuser und der Städtetag wollen dies allerdings nur auf Innenstädte begrenzen. Ob die Zeit für einen neuen Vorstoß reif ist, wird sich zeigen. Vor einem Jahr war Berlin mit seiner milderen Initiative - Öffnungszeiten an Werktagen von sechs bis 22 Uhr - im Bundesrat gescheitert. Lediglich Sachsen hatten damals Unterstützung signalisiert. Auch die Bundesregierung hatte im Oktober "keinen unmittelbaren Handlungsbedarf" in Sachen Ladenschluss gesehen. In der Berliner Senats-Wirtschaftsverwaltung hieß es deshalb am Donnerstag: Es wäre schon ein Erfolg, wenn eine Einigung im Bundesrat auf 22 Uhr zustande käme.

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