Wirtschaft : Ladenschluß wieder auf der Tagesordnung

BONN (wei).Mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher über 14 Jahren befürwortet die verlängerten Ladenöffnungszeiten.Das hat eine Umfrage von Infratest und des Münchner Ifo-Institutes ergeben.Danach werden diese besonders donnerstags, freitags und samstags genutzt - meist, um Dinge des täglichen Lebens einzukaufen.Nur 16 Prozent nutzen die Abendstunden für besondere Anschaffungen.

Allerdings sprachen sich nur 15 Prozent dafür aus, die Läden auch nach 20 Uhr geöffnet zu halten; Öffnungszeiten nach 18 Uhr am Sonnabend wünschen sich gar nur neun Prozent der Verbraucher.Auch die Folgen des späteren Ladenschlusses werden unterschiedlich beurteilt.Nahezu zwei Drittel finden, daß sie besser beraten und bedient werden, seit die Läden länger geöffnet sind.Allerdings geben nur 13 Prozent nach eigenen Angaben mehr Geld aus als früher, 83 Prozent tun dies nicht.Die Möglichkeit, abends einzukaufen, wird vorwiegend von Berufstätigen genutzt.Für mehr als die Hälfte hat sich die Verkehrssituation ebenso verbessert wie ihre Freizeitplanung.Allerdings wird beanstandet, daß Banken, Behörden, der öffentliche Nahverkehr und andere Einrichtungen sich nicht an die neuen Ladenöffnungszeiten angepaßt hätten.Rexrodt sagte dazu, das wichtigste Ziel der Ladenschlußreform, den Verbrauchern mehr Zeit und Freiheit beim Einkauf zu geben, sei "offenkundig erreicht worden".Der Wirtschaftsminister will Initiativen für eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten aufgreifen.Der Einzelhandelsverband HDE und die Gewerkschaft DAG lehnten eine weitere "Aufweichung" der Ladenschlußvorschriften dagegen ab.Die Neuregelung habe für den Handel weder mehr Umsatz noch zusätzliche Arbeitsplätze gebracht.Nach Ansicht des HDE ist die Umfrage kein "Verbrauchervotum für noch mehr Einkaufszeit".

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