Wirtschaft : Lächeln wie ein Star

Elektrische Zahnbürsten haben Vorteile: Sie reinigen gründlich und schonen das Zahnfleisch. Das schaffen auch die billigen Modelle

Ina Brzoska

Den Chinesen kam die Idee zuerst: Vor mehr als 500 Jahren entwickelten sie aus den Nackenhaaren von Borstenschweinen und einem Holzstäbchen die erste Bürste zur Mundpflege. Seit der Erfindung des Nylons lassen sich Hersteller immer wieder neue Finessen einfallen: So liegt die akkubetriebene elektrische Zahnbürste derzeit im Trend.

Kreisende Bürstenbewegungen auf Knopfdruck erleichtern Putzmuffeln die Mundpflege. Störend nur: Elektrobürsten surren so laut, dass Hunde schon mal die Flucht ergreifen. Hersteller unterscheiden zwischen Elektrobürsten und schallaktiven Bürsten. Letztere reinigen die Zähne jedoch nicht mit Schalldruck. Diese Bürsten schwingen aber bis zu fünfmal so schnell wie herkömmliche Elektrobürsten (bis 73 Hertz). Schallaktive Bürsten arbeiten mit einer Frequenz von 250 bis 350 Hertz, das entspricht 15 000 bis 21 000 Schwingungen pro Minute. Hersteller werben mit „ besonders porentiefer Reinigung“ und „strahlend schönen“ Zähnen für diese Geräte.

Die Stiftung Warentest wollte es genau wissen. Volle 48 Stunden verzichteten die Tester auf Mundhygiene, dann rückten sie dem Zahnbelag unter klinischer Aufsicht zu Leibe. Zehn akkubetriebene Modelle, darunter neun schallaktive Geräte, wurden erprobt. Preislich gab es beachtliche Unterschiede. Zwischen 15 und 150 Euro kosteten die elektrischen Zahnbürsten.

Die Ergebnisse waren größtenteils durchschnittlich: Vier der elektrischen Zahnbürsten schnitten „gut“ ab, sechs Geräte erhielten ein „Befriedigend“, darunter auch die Billig-Bürsten von Aldi und dm für 15 Euro. Als Sieger kürte die Stiftung Warentest keine schallaktive, sondern eine Elektrobürste von Braun (115 Euro). Im Preis-Leistungsverhältnis vorn liegt die Panasonic „Dentacare“ für 40 Euro, die mit „gut“ bewertet wurde.

Die Tester urteilten nach vier Kriterien: Entfernung von Plaque, Zahnfleischschonung, Handhabung und Eigenschaften der Akkus und die Haltbarkeit der Geräte. Bei der Reinigung und der Zahnfleischschonung schnitten alle Bürsten „gut“ ab.

Punktabzug gab es bei Bürsten mit umweltbelastenden Metallhybrid-Akkus, welche die Tester bei drei Geräten entdeckten (Aldi, Philipps, Braun).

Ein weiterer Schwachpunkt: die Betriebsdauer nach der Akkuladung. Die „SR-700E“ gab schon nach 36 Minuten den Geist auf, die „Dentacare“ schnurrte dagegen gut zwei Stunden länger. Am Haltbarkeitstest scheiterte die „SHG Sonic Dent“. Nach 1200 Anwendungen startete das Gerät nicht mehr zuverlässig auf Knopfdruck.

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