• Länder machen gemeinsam Front gegen die Bahn Der Ärger über unpünktliche Züge im Nahverkehr wächst

Wirtschaft : Länder machen gemeinsam Front gegen die Bahn Der Ärger über unpünktliche Züge im Nahverkehr wächst

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(hop). Die Bundesländer wollen gemeinsam den Druck auf die Deutsche Bahn erhöhen, im Nahverkehr pünktlicher zu werden. Lothar Wittenberg, Sprecher des Verkehrsministeriums NordrheinWestfalen, bestätigte am Mittwoch einen Vorabbericht der „Wirtschaftswoche“, dass darüber Gespräche mit Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen geführt würden. Das Land prüfe außerdem, ob die Bundesmittel von 702 Millionen Euro, die das Land für den Betrieb der Nahverkehrsverbindungen überweist, zurückgehalten werden könnten. Extrem sei die Lage zum Beispiel in Ostwestfalen, wo nur noch etwa 30 Prozent der Züge pünktlich sind, sagte Wittenberg dem Tagesspiegel.

Ein Sprecher des baden-württembergischen Verkehrsministeriums sagte: „Wir ärgern uns sehr, dass die Bahn in den letzten Monaten immer unpünktlicher geworden ist.“ Mittlerweile seien in dem Bundesland etwa 82 Prozent der Nahverkehrszüge pünktlich, in den Verträgen vereinbart ist eine Mindestquote von 90 Prozent. Eine Arbeitsgruppe von Bahn, Land und Nahverkehrsbetrieben versucht zurzeit die verantwortlichen Probleme herauszufinden und zu beheben. Bei Qualitätsproblemen könne das Land die Überweisungen an die Bahn um bis zu zehn Millionen Euro im Jahr kürzen, sagte der Sprecher. Es sei dabei aber nie daran gedacht worden, dass die Pünktlichkeit so stark einbrechen könnte. „Wenn das so bleibt, dann muss man sich fragen, ob wir uns noch auf der Grundlage des Vertrages bewegen“, sagte der Sprecher. Im Extremfall könnte das bedeuten: Kündigung des Vertrags.

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