Wirtschaft : Längere Ladenöffnungszeiten: Gewerkschaft will Politiker an Supermarktkassen setzen

In ihrem Kampf gegen längere Ladenöffnungszeiten hat sich die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) wieder etwas Neues einfallen lassen: Die deutschen Parlamentarier sollen zumindest zeitweilig mal im Einzelhandel arbeiten. "Wir schlagen vor, dass alle Bundestagsabgeordneten für eine Woche an der Kasse eines Discounters oder im Verkaufsbereich eines Warenhauses arbeiten", sagte der Berliner HBV-Chef Manfred Birkhahn am Freitag. Wolfgang Thierse bei Aldi? Friedrich Mertz bei Kaisers? Bevor über eine Gesetzesänderung entschieden werde, sollten sich die Parlamentarier jedenfalls "ein echtes Bild von den Arbeitsbedingungen" machen.

Die Gewerkschaft befürchtet, dass bei einem noch späteren Ladenschluss Berlin für zehntausende Beschäftigte des Einzelhandels zu einer "Freizeitwüste" werden würde. Deshalb will sie entschieden dafür kämpfen, dass die kulturellen und Freizeitbedürfnisse der Verkäuferinnen und Kassiererinnen ernst genommen werden.

"Es geht uns dabei nicht allein um den Kinobesuch oder die Betätigung in einem Sportverein", betonte der HBV-Landesvorsitzende Manfred Birkhahn. Das soziale Zusammenleben und die Demokratie bräuchten viel mehr Zeit für ein ehrenamtliches Engagement und nicht weniger. "Das gilt für den Kiez wie für den Betrieb. Wer das nicht zur Kenntnis nimmt, dem empfehlen wir dringend Nachhilfeunterricht vor Ort", fügte Birkhahn hinzu.

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