Wirtschaft : Lafontaine will Leitlinien zum Euro-Kurs

HAMBURG (AFP).Angesichts der Kursschwankungen auf den internationalen Devisenmärkten haben Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine (SPD) und sein französischer Kollege Dominique Strauss-Kahn die Festlegung klarer Leitlinien für den Kurs des Euro ins Spiel gebracht."Marktteilnehmer sollen wissen, daß wir eine übermäßige Aufwertung des Euro nicht begrüßen", schrieben die beiden Politiker in einem gemeinsamen Beitrag für die Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" und die französische Tageszeitung "Le Monde".Dabei hoben Lafontaine und Strauss-Kahn die Beziehung zwischen Euro und Dollar hervor.Japans Ministerpräsident Keizo Obuchi forderte dagegen ein Weltwährungssystem, bei dem sich Euro, Dollar und der japanische Yen ergänzen."Wir wollen verhindern, daß der Dollar künftig weiter eine Monopolstellung im Weltfinanzsystem einnimmt", sagte Obuchi dem "Handelsblatt" vom Mittwoch.

Wechselkurssysteme zwischen der Euro-Zone sollten auch "mit den Schwellenländern in Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa" entstehen, schrieben Lafontaine und Strauss-Kahn.Die EU solle zudem die Zusammenarbeit mit neuen Beitrittskandidaten im Währungsbereich ausbauen.

Euro und Dollar würden "zusammen den Großteil der weltweiten Finanztransaktionen abdecken", erklärten die beiden Finanzminister weiter."Das bedeutet, daß die Wechselkursentwicklungen zwischen Dollar und Euro die Weltwirtschaft bestimmen werden." Man müsse darauf achten, "daß ein solcher, auf zwei Währungen basierender Standard keine Quelle der Instabilität wird", zumal die Einführung einer neuen Währung zu einer Portfolio-Verlagerung auf den Finanzmärkten führen könne.Das Memorandum der beiden Politiker sieht eine engere politische Zusammenarbeit zwischen Euro-Staaten und Europäischer Zentralbank (EZB) ebenso vor wie zwischen Europa und den USA.

In dem Text heißt es weiter, die elf Staaten der europäischen Währungsunion sollten die "Wechselkursentwicklungen überwachen und eine kohärente Haltung formulieren".Anschließend sollten die Euro-Länder aber auch in der Lage sein, diese Haltung den Märkten gegenüber zu vertreten.Erforderlichenfalls sollten sie dann auch "von den vertraglichen Bestimmungen Gebrauch machen, die die Möglichkeit vorsehen, allgemeine Leitlinien für die Wechselkurse herauszugeben".Das Verfahren im Amsterdamer EU-Vertrag sieht Leitkurse gegenüber Drittwährungen noch auf Basis des Ecu vor.

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