Wirtschaft : Land Berlin will Stromanbieter prüfen

BERLIN (Tsp/AFP). Das Land Berlin schließt langfristig eine Abkehr vom Berliner Stromversorger Bewag und einen Wechsel zu einem günstigeren Energieunternehmen nicht aus. "Wir sind gespannt, ob andere Energieversorger dem Land Berlin insgesamt günstigere Konditionen anbieten, wenn der jetzige Rahmenvertrag mit der Bewag ausläuft", sagte Finanzsenatssprecher Dirk Wildt am Mittwoch auf Anfrage. Berlin warte ab, ob die "vollmundigen Ankündigungen" von Bewag-Konkurrenten auch später noch ihre Gültigkeit hätten. Der Tagesspiegel hatte in seiner Mittwochsausgabe berichtet, eine Reihe öffentlicher Verwaltungen in Berlin wollten schon jetzt den bis Ende September 2002 laufenden Vertrag mit der Bewag neu verhandeln oder aber kündigen. Universitäten, Krankenhäuser und Bäderbetriebe wollen demnach bessere Preiskonditionen von der Bewag oder von anderen Stromversorgern.Für Wirbel hatte zuletzt das Berliner Abgeordnetenhaus gesorgt, das beschlossen hatte, zu einem anderen Stromanbieter aus Westdeutschland zu wechseln. Der Finanzsenat räumte mit Blick auf Krankenhäuser und die landeseigenen Bäder-Betriebe in der Hauptstadt ein, es sei zwar nicht auszuschließen, "daß einzelnen Einrichtungen günstigere Konditionen geboten werden, als sie derzeit haben". Das wäre unter anderem dadurch begründet, daß andere Versorger bereit wären, "Dumping-Angebote" zu machen, um nach der Öffnung des Strommarktes "einen Fuß in den Berliner Markt zu bekommen". Zugleich betonte der Sprecher der Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing (SPD) aber mit Blick auf die Bewag: "Angebote, die für das Land Berlin insgesamt günstiger wären, sind uns nicht bekannt." Mit Blick auf die bisher bekannten Abweichler in der Verwaltung hob er hervor, das Land sei stark bei Verhandlungen, wenn es als "ein Verhandlungspartner" auftrete. Der Rahmenvertrag des Landes Berlin für alle öffentlichen Einrichtungen mit der Bewag läuft erst im Herbst des Jahres 2002 aus.

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