Wirtschaft : Landesbank Berlin: Gewinn nur mit Hilfe des Steuerzahlers

dr / ball

Die Landesbank Berlin (LBB) hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 25,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Sie konnte sogar 35,5 Millionen Euro an den Konzern Bankgesellschaft abführen. Was auf den ersten Blick so erfreulich wirkt, verliert bei näherem Hinsehen schnell an Glanz. Möglich wurde dies durch die Garantierklärung des Landes, schreiben die Wirtschaftsprüfer der KPMG. Diese ermöglichte die Reduzierung der Risikovorsorge von 664,0 Millionen Euro auf 224,3 Millionen Euro. Das verbesserte das Ergebnis um 439,7 Millionen Euro. Wiederum durch die Hilfe des Steuerzahlers konnten außerordentliche Erträge in Höhe von 117 Millionen Euro verbucht werden: durch Auflösung von Risiko-Rückstellungen. Dass die Krise aber nicht überwunden ist, schreibt KPMG ausdrücklich: Die Risikovorsorge sei immer noch unbefriedigend hoch. Allein auf dem Immobilienbereich entfallen 119 Millionen Euro, auf die Firmenkunden 36 (nach 167 im Jahr 2001) Millionen Euro und auf das Privatkundengeschäft 35 (54) Millionen Euro.

Das Zinsergebnis der LBB erhöhte sich 2001 um 82,1 auf 905,7 Millionen Euro. Die Prüfer errechnen eine Zinsspanne von 1,02 Prozent. Ohne Sondereffekte sinkt diese jedoch auf nur noch 0,82 (0,89) Prozent. Dennoch will die Bank in etwa zwei Jahren nachhaltig rentabel werden. Dabei kommt es den Prüfern zufolge darauf an, die Sach- und Personalkosten zu reduzieren. Ein erster Schritt ist getan. Gemäß einer Vereinbarung mit den Personal- und Betriebsräten sollen die Personalkosten bis 2005 um 350 Millionen Euro, die Sachkosten um 150 Millionen Euro gesenkt werden. Dies entspricht rechnerisch dem Abbau von rund 4000 der derzeit mehr als 15 000 Arbeitsplätze. Dies aber kostet zunächst Geld. Im vergangenen Jahr verbuchte die Landesbank außerodentliche Aufwendungen in Höhe von 151,2 Millionen Euro. Im wesentlichen resultiert diese Summe aus Rückstellungen für Restrukturierung.

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