Wirtschaft : Landesbank Berlin ist abgeschrieben Ostdeutsche Sparkassen wollen klar Schiff machen

Berlin - Die ostdeutschen Sparkassen haben ihr Engagement bei der Landesbank Berlin auf einen Euro abgeschrieben. „Wir haben einen Schnitt gemacht und hoffen, dass wir damit durch sind“, sagte der Präsident des Dachverbands OSV, Michael Ermrich, der Nachrichtenagentur Reuters. Nun müsse sich zeigen, ob ein Teil der Abschreibung nur vorübergehend sei. „Wir haben in Berlin sehr viel Geld versenkt, das an anderen Stellen nun fehlt“, fügte Ermrich hinzu. Er erwartet als Miteigentümer der LBB vorerst auch keine Dividende. „Wir rechnen in den nächsten zwei, drei Jahren nicht mit einer Gewinnausschüttung.“

Gut 400 deutsche Sparkassen hatten 2007 die LBB für über fünf Milliarden Euro gekauft. Im Sparkassen-Lager gilt das Geschäft als zu teuer, aber auch als alternativlos. Denn sonst wäre die frühere Bankgesellschaft Berlin wohl in private Hände gefallen. Bis 2012 haben die Sparkassen rund 2,2 Milliarden Euro und damit etwa 40 Prozent des Kaufpreises abgeschrieben. Am Dienstag will der Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon den Eignern in Berlin reinen Wein einschenken und den Abschreibungsbedarf für 2013 nennen.

Wie die Agentur Reuters bereits am Freitag berichtet hatte, geht es um bis zu 1,2 Milliarden Euro. Läuft das LBB-Geschäft jedoch planmäßig, sei bis 2016 mit Wertaufholungen von 400 bis 600 Millionen Euro zu rechnen.

Die LBB wird auf Druck der Sparkassen-Eigner von einer Landesbank zur Hauptstadtsparkasse geschrumpft. Die Fondssparte und Teile des Kapitalmarktgeschäfts gehen deshalb an die Dekabank. „Der Umbau läuft, ist aber nicht ganz billig“, sagte Ermrich, der im LBB-Aufsichtsrat sitzt. „Das frisst die guten Ergebnisse im operativen Geschäft auf.“ Wegen Rückstellungen über 275 Millionen Euro für den Umbau macht die LBB nach eigenen Angaben 2013 vor Steuern einen Verlust. rtr

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