Wirtschaft : Landesbank erfreut neuen Eigentümer

Gewinn steigt im ersten Halbjahr um 37 Prozent. Auswirkungen der US-Hypothekenkrise offenbar gering

Stefan Kaiser

Berlin - Die Landesbank Berlin (LBB) hat im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient und erwartet auch für das zweite Halbjahr ein gutes Ergebnis. Die LBB steigerte ihren Gewinn vor Steuern gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 um 37 Prozent auf 234 Millionen Euro. Nach Steuern blieben 187 Millionen Euro übrig – ein Plus von 50 Prozent.

Die ehemalige Bankgesellschaft Berlin, die im Jahr 2001 noch im Zentrum des größten Bankenskandals der deutschen Nachkriegsgeschichte gestanden hatte, setzt mit dem guten Ergebnis ihren Kurs der vergangenen Jahre fort, in denen Vorstandschef Hans-Jörg Vetter die Bank erfolgreich saniert hat. Im Juni verkaufte das Land Berlin seinen 81-Prozent-Anteil an der LBB für 5,3 Milliarden Euro an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Der DSGV hält nun rund 92 Prozent an der Bank und hat auch den übrigen Aktionären ein Angebot für ihre Anteile gemacht.

LBB-Vorstandschef Vetter sagte am Dienstag, nach dem vollzogenen Verkauf der LBB an den Sparkassenverband und „vor dem Hintergrund der neuen Eigentümerstruktur sehen wir gute Möglichkeiten, die erfolgreiche Entwicklung des Konzerns fortzusetzen“. Die Bank sei „effizient aufgestellt“.

Auch der neue Eigentümer gab sich zufrieden. „Das vorgelegte Halbjahres-Ergebnis ist erfreulich und eine gute Basis für ein erfolgreiches Wachstum der Bank“, teilte der DSGV auf Anfrage mit. „Es verdeutlicht die gute Arbeit, die der Vorstand und die Mitarbeiter von Landesbank und Sparkasse geleistet haben.“

Die Bank profitierte im ersten Halbjahr vor allem von einem höheren Zinsüberschuss und geringeren Kosten. Sie führt das gute Ergebnis auf eine „weiterhin erfolgreiche Marktbearbeitung“ und ein konsequentes Risiko- und Kostenmanagement zurück. Auch das „positive Marktumfeld“ habe eine Rolle gespielt. Obwohl sich die Vorzeichen an den internationalen Finanzmärkten derzeit verschlechtern, blickt die LBB auch optimistisch auf die zweite Jahreshälfte. Für das Gesamtjahr 2007 erwartet sie ein operatives Ergebnis mindestens auf Vorjahresniveau. Im vergangenen Jahr hatte die LBB einen Vorsteuergewinn von 780 Millionen Euro erzielt. Ein Großteil davon – 438 Millionen Euro – ging allerdings auf einen Sondererlös aus dem Verkauf der Berliner Bank zurück.

Von den Auswirkungen der US-Hypothekenkrise sieht sich die Bank nicht belastet. Sie ist nach eigenen Angaben nicht im betroffenen Subprime-Bereich engagiert, der für Hypothekenkredite an Schuldner mit geringer Bonität steht. Man habe frühzeitig die zu erwartenden Entwicklungen antizipiert, hieß es.

Über ihre Tochtergesellschaft Check Point Charlie ist die LBB allerdings mit rund 1,8 Milliarden Euro in den Handel mit verbrieften Krediten, sogenannte Asset Backed Securities (ABS), involviert. Dabei soll es sich aber fast ausschließlich um Kredite mit gutem oder sehr gutem Rating, also geringer Ausfallwahrscheinlichkeit, handeln. Zu möglichen Schäden aus der derzeitigen Krise auf diesem Markt äußerte sich die Bank nicht. Schon am Montag hatte die Ratingagentur Fitch die Bonitätsbewertung für die Landesbank um zwei Stufen angehoben.

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