Wirtschaft : Landesbank erteilt WestLB eine Absage

Berlin - Die Eigentümer der Landesbank Berlin (LBB) haben angebliche Pläne für einen Zusammenschluss mit der Düsseldorfer WestLB zurückgewiesen. „Die LBB ist im Kern eine Sparkasse und steht nicht für die Konsolidierung der Landesbanken zur Verfügung“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) am Montag. Der Verband hatte die LBB im vergangenen Jahr vom Land Berlin gekauft und hält mittlerweile 98,6 Prozent der Anteile. DSGV-Präsident Heinrich Haasis hatte bereits mehrfach betont, die LBB, wenn überhaupt, erst in einer späten Phase in den Konsolidierungsprozess der Landesbanken einbringen zu wollen.

Den Vorschlag, die angeschlagene WestLB mit der LBB zusammenzuschließen, hatte am Wochenende WestLB-Aufsichtsratschef Michael Breuer ins Spiel gebracht. Dies sei eines von mehreren möglichen Modellen, hatte Breuer gesagt – und einen baldigen Erfolg bei der Partnersuche für die WestLB in Aussicht gestellt: „Das ist keine Frage von Monaten, sondern von Wochen.“ Die WestLB steht unter Druck. Bis 8. August muss sie der EU-Kommission erklären, wie sie die zuletzt ins Straucheln geratene Bank zukunftsfest machen will. Medienberichten zufolge soll die Kommission dabei auch auf eine Änderung der Eigentümerstruktur dringen, also auf Verkauf oder Fusion.

Als weitere mögliche Modelle hatte Breuer ein Bündnis mit der HSH Nordbank sowie einen Anschluss der WestLB an eine neu entstehende „Südbank“ aus Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und BayernLB genannt. Die beiden Institute in Stuttgart und München verhandeln schon seit Monaten hinter den Kulissen über einen Zusammenschluss unter Führerschaft der LBBW. Bisher galt es jedoch als unwahrscheinlich, dass sie vor der bayerischen Landtagswahl im September ein Ergebnis präsentieren. Nun wird in der Branche darüber spekuliert, dass es eventuell doch schneller gehen könnte, wenn sich der Verkauf aus Sicht der Bayern als Erfolg verkaufen ließe. stek

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