Wirtschaft : Landesbank geht an die Sparkassen Der Senat soll heute den Verkauf beschließen

Berlin - Im Verkaufsverfahren für die Landesbank Berlin (LBB) hat der Sparkassenverband DSGV offenbar den Zuschlag bekommen. Die beiden übrigen Bieter, die Commerzbank und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), seien aus dem Verfahren ausgeschieden, erfuhr der Tagesspiegel am Donnerstagabend aus Finanzkreisen. Der Senat soll am Freitagmorgen zu einer Sondersitzung zum Thema LBB zusammenkommen und dabei offenbar den Verkauf an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) beschließen. Für zehn Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt.

Der DSGV, der für die Gemeinschaft der rund 450 deutschen Sparkassen bietet, habe den höchsten Preis geboten, hieß es in den Finanzkreisen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sollen sich DSGV-Präsident Heinrich Haasis und Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) am Mittwoch noch einmal zu einem Spitzengespräch getroffen haben, bei dem ein Nachschlag verhandelt worden sei. Dadurch sei das Angebot der Sparkassen auf deutlich über 4,5 Milliarden Euro gestiegen. Rund vier Milliarden davon hatte der DSGV schon während des Verkaufsverfahrens bei seinen Mitgliedssparkassen eingesammelt. Der Rest soll per Kredit finanziert werden.

Bis zuletzt hatte sich Sarrazin einen Börsengang der LBB als Alternative offen gehalten – auch, um den Druck auf die Bieter zu erhöhen. Diese Möglichkeit ist nun aber wohl vom Tisch. Der DSGV war für eine Stellungnahme am Donnerstagabend nicht zu erreichen. Die Finanzverwaltung des Landes Berlin und die LBB lehnten einen Kommentar ab.

Das Land Berlin muss sich bis zum Ende des Jahres von seinem 81-Prozent-Anteil an der früheren Bankgesellschaft Berlin trennen. Nur unter dieser Auflage hatte die EU-Kommission 2004 die Milliarden-Beihilfe genehmigt, mit der das Land die Bank 2001 vor dem Zusammenbruch bewahrt hatte.

Zu Beginn des Verkaufsverfahrens im Januar hatten sich 19 Interessenten aus dem In- und Ausland für die LBB gemeldet. Nach verschiedenen Auswahlstufen waren zuletzt nur DSGV, LBBW und Commerzbank übrig geblieben.

Die LBBW hat aber offenbar schon ein neues Kaufobjekt gefunden. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Sparkassenkreise meldet, stehe die größte deutsche Landesbank in Verhandlungen mit dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband (RSGV), der seinen gut 25-prozentigen Anteil an der WestLB verkaufen wolle. Auch ein anderer Großaktionär der WestLB, das Land Nordrhein-Westfalen, hatte zuletzt mehrfach angekündigt, seinen Anteil an der WestLB abgeben zu wollen.stek

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