Wirtschaft : Landesbank Stuttgart, Helaba und BayernLB wollen kooperieren

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Im Süden der Republik bahnt sich möglicherweise die Bildung einer großen öffentlichen Bank an. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBW) hat Interesse angemeldet, bei der in der vergangenen Woche vereinbarten Kooperation zwischen der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und der Bayerischen Landesbank (BayernLB) als Dritter mitzumischen. Ein entsprechendes schriftliches Angebot liegt nach Angaben von Helaba-Vorstandschef Walter Schäfer vor. Zunächst aber will man sich in Frankfurt und München auf die Ausarbeitung der Zweier-Kooperation konzentrieren. "Ich würde aber eine Dreier-Lösung begrüßen", sagte Schäfer.

Zudem sind Details über die strategische Kooperation zwischen BayernLB und Helaba noch längst nicht festgezurrt. Schäfer rechnet in jedem Fall mit deutlichen Kostensynergien. Was dies im einzelnen für Standorte oder auch die Mitarbeiter bedeuten wird, ließ er am Dienstag noch offen. Er rechne aber nicht mit einer großen Verschiebung von Mitarbeitern in die eine oder andere Richtung. Den Wiedereinstieg des Landes Hessen mit 10 Prozent und die Übernahme von fünf Prozent an der Helaba ist für Schäfer eine "zukunftsorientierte" Entscheidung. 1989 hatte Hessen seine Beteiligung an der Helaba verkauft, und noch zu seinem Amtsantritt Anfang 1999 hatte der hessische Ministerpräsident Roland Koch einen Einstieg des Landes bei der Helaba ausgeschlossen. Schäfer wertet die Entscheidung der beiden Landesregierungen, die jetzt im übrigen beide auch unbeschränkt haftende Gewährträger der Helaba sind, als ein deutliches Signal an die EU-Kommission, dass die Länder für das gegliederte deutsche Bankenwesen und damit für öffentlich-rechtlichen Landesbanken eintreten. "Die Länder haben erkannt, dass sie mit den Privatbanken keine Strukturpolitik machen können." Schäfer bekräftigte andererseits aber auch, das sich die Helaba von den Ländern "nicht missbrauchen lasse für Sachen, die bankwirtschaftlich nicht zu vertreten sind".

Dass die Helaba den Einstieg des Landes selbst finanziert, wertet Schäfer als "positive hessische Selbstfinanzierungsveranstaltung". Während das Land Hessen zehn Prozent der Helaba für rund 600 Millionen Mark übernimmt, kauft die Helaba für rund 900 Millionen Mark 70 Prozent der Anteile der landeseigenen Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft GWH. In diesem Jahr will die Helaba im übrigen ihren Internet-Auftritt mit zweistelligen Millionen-Investitionen stark ausbauen. Im ersten Quartal hat die Helaba ihr Betriebsergebnis um gut 15 Prozent auf 66,1 Millionen Euro erhöht.

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