Landesfonds aufgelegt : Millionen für Berlins Kreative

Warum sich ein landeseigener Fonds an 16 Jungfirmen in Berlin beteiligt.

Anja Voss

Vegane Kleidung nach japanischer Tradition, auf den eigenen Geschmack zugeschnittene Filmempfehlungen im Internet oder eine neue Möbeldesignmesse auf dem Flughafen Tempelhof – Berlins Kreative haben jede Menge Ideen. Am Donnerstag stellte die Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin (IBB) Ergebnisse ihres „VC Fonds Kreativwirtschaft“ vor. Bereits vor drei Jahren hatte die IBB gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft den ersten Wagniskapitalfonds für die Kreativwirtschaft mit 30 Millionen Euro aufgelegt. Das Portfolio mit inzwischen 16 Beteiligungen, für die insgesamt zehn Millionen Euro ausgegeben wurden, erstreckt sich auf Games- und Softwareentwicklung, Mode und Design, die Film- und Musikwirtschaft sowie überhaupt den Kunstsektor.

Almuth Hartwig-Tiedt, Staatssekretärin in der Wirtschaftsverwaltung, betonte den „wichtigen Beitrag für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Standorts Berlin“. Nach Angaben des Senats erreichte die Kreativwirtschaft im Jahr 2008, aktuellere Daten gibt es nicht, einen Anteil von 15 Prozent am Gesamtumsatz der Berliner Wirtschaft. Das entspricht gut 22 Milliarden Euro, die von 223 000 Beschäftigten erwirtschaftet werden. Der Steuerzahler ist bei der Entwicklung der Kreativen dabei: „Knapp ein Viertel“ der Mittel für die Wirtschaftsförderung, so Hartwig-Tiedt, fließt in diesen Bereich. Roger Bendisch, Geschäftsführer der IBB Beteiligungsgesellschaft, stellte der Branche eine „positive Prognose“ aus. Von den bislang eingegangenen Beteiligungen hat der VC Fonds noch keine weiterverkauft.

Aupeo! ist eines der Unternehmen, das seit 2009 Geld von der IBB bekommt. 30 Mitarbeiter aus zwölf Ländern sind in dem jungen Berliner Unternehmen tätig. Das Geschäftsmodell basiert auf einer Internet-Radioplattform, die den Musikgeschmack von jedem Nutzer erkennt. Durch das Abspielen der Musik merkt sich das Programm den Musikgeschmack und kann so später dem Nutzer auch Musik vorschlagen, die dessen Geschmack wahrscheinlich entspricht. 2012 möchte Aupeo! erstmals Gewinn machen.

Veganer Kleidung widmen sich die Zwillingsschwestern Anja und Sandra Umann mit ihrer Modemarke Umasan. Das Unternehmen mit aktuell drei Angestellten wurde im Jahr 2009 gegründet und stellt seitdem Mode her, ohne tierische Fasern zu verwenden. Die Ziele sind hoch, angestrebt ist eine internationale Marke, deren Produkte aus Berlin stammen.

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