Wirtschaft : Landeszentralbanken wollen sich nicht entmachten lassen

Eine Mehrzahl der deutschen Landeszentralbanken (LZB) plädiert dafür, die Zahl der Landeszentralbanken von neun auf sieben zu verringern. Präsidenten und Vorstände von sechs LZB plädierten am Montag in Hamburg für ein Organisationsmodell der Bundesbank, das als regionalen Unterbau sieben von Präsidenten geführte Landeszentralbanken für die 16 Bundesländer vorsieht. Ferner wird die Zusammenlegung der bisher drei Leitungsebenen, Direktorium, Vorstände und Zentralbankrat, zu einem neuen Zentralbankrat vorgeschlagen. Die Zahl der Mitglieder in diesem Gremium könnte von 32 auf maximal 13 reduziert werden, erklärten die Präsidenten der Landeszentralbanken, Hans-Helmut Kotz (Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt), Hans-Jürgen Krupp (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern), Guntram Palm (Baden-Württemberg), Hans Reckers (Hessen) und Franz-Christoph Zeitler (Bayern).

Unstreitig sei, dass zu einer modernen Bundesbank eine "deutliche Straffung" ihrer Struktur gehöre, hieß es. Dies werde mit einem dezentralen Modell und sieben Landeszentralbanken erreicht. Die förderale Zusammensetzung des Leitungsgremiums gewährleiste, dass eine breite Meinungsvielfalt Eingang in die Beratungen finde. Ein "flacher, dezentraler Aufbau der Bundesbank" sichere die unmittelbare Anbindung der Regionen. Die regionalen Kompetenzen würden immer wichtiger, das operative Geschäft finde im Wesentlichen vor Ort statt.

Dagegen hat Bundesbank-Präsident Ernst Welteke Sympathie für ein anderes Modell erkennen lassen, nach dem die Bundesbank von acht Vorstandsmitgliedern geführt wird und weisungsgebundene Beamte die regionalen Niederlassungen leiten.

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