Wirtschaft : Landwirte hoffen auf Sonne und Hilfe aus Brüssel

Getreide kann oft nur noch als Tierfutter verkauft werden

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Der verregnete Sommer macht den deutschen Bauern schwer zu schaffen. Drohende Ernteausfälle, schlechte Getreidequalität und miserable Erntebedingungen treiben viele Landwirte zur Verzweiflung, wie mehrere Bauernverbände am Montag berichteten. „Manche Bauern stehen vor ihren Feldern und weinen", sagte Günther-Martin Beine vom niedersächsischen Bauernverband Landvolk am Montag. Noch gibt es keine detaillierte Bilanz der Unwetterschäden für die deutschen Bauern, doch rechnen die Verbände damit, dass viele Betriebe nur durch finanzielle Hilfe überleben können.

Besonders stark betroffen ist die Getreideproduktion in Nord- und Ostdeutschland. Mehreren Landesverbänden zufolge steht Weizen noch bis zur Hälfte auf dem Halm, Roggen bis zu 40 Prozent. Oft kann das Getreide nur als Tierfutter und nicht als Brotgetreide verkauft werden – Umsatzeinbußen sind die Folge. Auch in Brandenburg: „Die betroffenen Höfe müssen mit Erlöseinbußen von 20 bis 50 Prozent rechnen“, sagte Wolfram Seidel, Hauptgeschäftsführer des Brandenburger Bauerverbandes dem Tagesspiegel am Montag.

Wie viele Höfe durch Hagel, Sturm oder Dauerregen geschädigt wurden, konnte Seidel nicht beziffern. Es sei auch schwer zu sagen, welche Regionen Brandenburgs besonders stark betroffen seien: „Wir hatten noch nie so große regionale Unterschiede bei Wetterschäden“, sagte Seidel. Der Deutsche Bauernverband in Bonn forderte unterdessen, die Ausgleichszahlungen aus Brüssel vorzuziehen, die normalerweise erst im Dezember überwiesen werden. Nur so könnten betroffene Betriebe ihre Liquiditätsprobleme bewältigen. avi

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