Landwirtschaft : Gute Ernte, schlechte Stimmung

In der deutschen Landwirtschaft ist die Stimmung trotz der erwarteten guten Ernte getrübt. Dies zeigt das aktuelle Konjunkturbarometer Agrar, das der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, am Mittwoch vorstellte.

BerlinDie Gründe lägen in gestiegenen Kosten für Futter, Energie und Düngemittel bei gleichzeitig sinkenden Erzeugerpreisen. Der Index des Barometers sank von 33,9 Punkten im März auf 19 Punkte im Juni.

Dabei ist die erste Prognose für die bevorstehende Ernte gut. Obwohl erst Trockenheit und dann starker Regen den Böden zusetzte, rechnen die Bauern bei Getreide mit einem durchschnittlichen Ernteergebnis von 46 Millionen Tonnen. Im vergangenen Jahr waren es nur 40 Millionen Tonnen. Die in diesem Jahr insgesamt höhere Getreideernte in Deutschland könne vor allem darauf zurückgeführt werden, dass die Bauern den Getreideanbau um mehr als 360 000 Hektar ausgedehnt hätten, sagte Sonnleitner.

Der Anbau nachwachsender Rohstoffe für Bioenergie habe sich dagegen gegenüber 2007 nur um etwa 30 000 Hektar erhöht, sagte der Bauernpräsident. „Damit wird unsere Aussage bestätigt, dass die Lebensmittelproduktion Priorität für die deutsche Landwirtschaft hat.“ Nachdem Getreide im Vorjahr viel teurer geworden war, rechnet Sonnleitner für 2008 mit keinem großen Preisanstieg.

Kein Verständnis zeigte der Bauernpräsident für die Preiserhöhungen bei Brot und Bier. Brauer und Bäcker könnten die Verteuerung zumindest nicht mit dem Argument rechtfertigen, dass der Bioenergie-Anbau die Getreiderohstoffe verknappe, meinte er.

Eberhard Groebel hingegen, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, verteidigte den Schritt dagegen mit der „explosionsartigen Entwicklung des Getreidepreises in den vergangenen 16 Monaten“. So habe sich Weizen um rund 120 Prozent verteuert, Mehl um etwa 60 Prozent. tja

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