Landwirtschaft : Spargel satt

Bauern freuen sich über Spitzenernte. Und die Fleischpreise sollen stabil bleiben

283197_0_08f9d3f0.jpg
Foto: ddp

Berlin - Das teilweise sehr warme Wetter im Frühjahr hat den Spargelbauern eine gute Ernte beschert. „Der April war sehr gut. Da ist der Spargel quasi in den Himmel geschossen“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Spargelanbauern, Dietrich Paul, im niedersächsischen Hoya (Kreis Nienburg). Im Mai und Juni sei der Ertrag dann allerdings abgeflaut.

Der Erntestart sei in den vergangenen Jahren immer weiter nach vorne gerückt, sagte Paul. „Früher begann die Saison Anfang Mai, jetzt ist es schon Anfang April.“ Ungewöhnlich waren in diesem Jahr vor allem die gewaltigen Mengen im April. Die Spargelbauern profitierten von dieser Entwicklung, da sie dadurch mit der Konkurrenz aus Südeuropa mithalten konnten. Die starken Temperaturschwankungen während der Erntezeit machten jedoch Folientunnel unverzichtbar, die die empfindlichen Spargelstangen vor Regen oder Kälte schützen.

Die genaue Höhe der Erträge kann Paul noch nicht abschätzen. Er rechnet aber mit einem Plus im Vergleich zum vergangenen Jahr. 2008 hatten die Bauern landesweit 23 200 Tonnen Spargel eingefahren. Mit einer Anbaufläche von rund 4800 Hektar ist Niedersachsen das Spargelland Nummer eins in Deutschland. Die Spargelsaison endet traditionell am 24. Juni.  Nach wie vor ist der weiße Spargel nach Angaben von Paul bei den Verbrauchern am beliebtesten. Grüner oder violetter Spargel spielten nur eine zweitrangige Rolle, sagt der Experte. „Auffällig ist, dass die Käufer mittlerweile mehr auf den Preis achten.“ In diesem Jahr sei die Erste-Klasse-Ware nicht so gut verkauft worden wie in den Vorjahren.

Das Schnitzel zum Spargel sollten Verbraucher sich in den letzten Tagen der Saison aber noch leisten können. Nach einer Erhöhung von 3,8 Prozent 2008 werde in diesem Jahr kein Anstieg der Fleischpreise erwartet, wie die Zentralgenossenschaft des deutschen Fleischergewerbes mitteilte. Die Marktverhältnisse seien stabil, in Teilbereichen gebe es auch Wachstum. Die mehr als 150 000 Arbeitsplätze im Fleischerhandwerk erwiesen sich als stabil. Die Gesamtzahl der Fleischer in Deutschland, die aktuell bei rund 16 000 liege, nehme tendenziell zwar ab. Auf der anderen Seite kämen Filialen und Dienstleistungen aber hinzu. Das Fleischerhandwerk verfüge über gut 27 000 Verkaufsstellen.

Jeder Verbraucher in Deutschland esse statistisch gesehen pro Jahr gut 60 Kilogramm Fleisch. Gewinner in dem leicht schrumpfenden Markt ist den Angaben zufolge Geflügelfleisch (elf Kilogramm pro Kopf 2008), mit einem leichten mengenmäßigen Zuwachs. Bei Schweinefleisch (39,2 Kilogramm pro Kopf) sowie Rind- und Kalbfleisch (8,3 Kilogramm pro Kopf) habe der Verbrauch im vergangenen Jahr leicht abgenommen. In diesem Jahr seien keine gravierenden Veränderungen festzustellen. Die Grillsaison sei im Juni 2009 hinter den Erwartungen geblieben. Hintergrund seien regnerische und kühle Tage gewesen. Grillartikel sind eben von gutem Wetter abhängig – genau wie der Spargel. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben