Wirtschaft : Langweilig, aber gut

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Von Maren Peters

Schering hat gute Arbeit geleistet. Nicht nur in den vergangenen Monaten, auch in den vergangenen Jahren: Das Pharma-Unternehmen hat sich nicht auf den Erfolgen mit seinem Top-Produkt Betaferon ausgeruht und sich im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern rechtzeitig um Nachfolger für den Bestseller bemüht. Das unterscheidet Schering in diesen Tagen von vielen der großen Pharmakonzerne, die zwar aktuell noch ganz gut dastehen, aber nicht das haben, was man in Fachkreisen eine gut gefüllte Pipeline nennt: Produkte, die den heutigen Stars nachfolgen können, wenn deren Patente auslaufen. Außerdem hat Schering seine Risiken minimiert und hat schon früh die Eroberung des US-Marktes zum Unternehmensziel Nummer eins erklärt: Das ist der Markt mit den höchsten Preisen für Pharma-Markenartikler. Und darum profitiert heute auch der Standort Berlin davon, dass Schering in den USA dynamisch wächst. Die Sorgen der Mitarbeiter, dass mit dem Verlagern des Geschäftsbereichs Therapeutika nach Amerika Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen könnten, haben sich nicht bewahrheitet: Das Unternehmen verdient gut - und baut auch die Forschung in Berlin weiter aus.

In der allgemeinen Börsenkrise zahlt sich nun auch aus, dass Schering ein konservatives Unternehmen geblieben ist. Das wurde zwar zwischendurch für langweilig gehalten. Doch jetzt finden selbst die Analysten Schering wieder spannend. Die Pharma-Aktie hat in den letzten Wochen zwar auch keine Höhenflüge gezeigt. Aber immerhin hat das Unternehmen weniger verloren als der Durchschnitt der dreißig größten deutschen Unternehmen. Und das Wichtigste: Schering hat seinen guten Ruf verteidigt.

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