Langzeitarbeitslose : Job-Programme laufen ins Leere

Rund 200.000 Langzeitarbeitslosen will die Regierung mit speziellen Programmen eine Stelle vermitteln. Bislang ist der Erfolg eher bescheiden. Die Opposition reibt sich die Hände.

MünchenDie Programme der Bundesregierung, Langzeitarbeitslosen einen Job zu vermitteln, haben bislang offenbar keine großen Erfolge gebracht. Von den insgesamt 200.000 angestrebten Stellen der beiden Initiativen Job-Perspektive und Kommunalkombi wurden bislang nur rund 30.000 Erwerbslose vermittelt. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Statistiken des Bundesverwaltungsamtes und der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Das Programm Job-Perspektive sollte demnach rund 100.000 Langzeitarbeitslosen Arbeit bringen. Jedoch wurde nur knapp ein Viertel der Stellen vermittelt. Deutlich negativer sieht dem Bericht zufolge die Bilanz für den sogenannten Kommunalkombi aus, wo von den anvisierten 100.000 Stellen lediglich rund 6300 an Langzeitarbeitslose vermittelt wurden.

Grüne kritisieren "mangelhafte Vermittlungserfolge"

Das Programm Job-Perspektive richtet sich an besonders schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose, etwa mit fehlender Ausbildung oder mangelnden Sprachkenntnissen, die voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Betriebe, die solche Leute einstellen, können bis zu drei Viertel des gezahlten Lohnes bezuschusst bekommen. Der Kommunalkombi soll zusätzliche Jobs in Regionen mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 15 Prozent schaffen. Hier fördert der Bund neue Stellen für Langzeitarbeitslose mit bis zu 500 Euro monatlich, die Kommunen müssen ebenfalls Geld dazulegen.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Brigitte Pothmer, kritisierte angesichts der mangelhaften Vermittlungserfolge die Bundesregierung für die Förderprogramme. "Zahlreiche Erfahrungen zeigen, dass Programme mit Lohnkostenzuschüssen Menschen leider nicht in Arbeit bringen." FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sprach von einer "blamablen Bilanz". Wenn für Förderprogramme zu wenige geeignete Vermittler zur Verfügung gestellt würden, verfehlten die Programme zwangsläufig ihre Wirkung, sagte Niebel der Zeitung. (sf/AFP)

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