Wirtschaft : Laubag muß weiter Personal abbauen

COTTBUS (mwb/HB).Die Lausitzer Braunkohle AG (Laubag), Senftenberg, rechnet im laufenden Geschäftsjahr 1998/99 (30.Juni) mit einem leichten Rückgang des Braunkohleabsatzes und deutlichen Einbußen beim Brikettabsatz.Obwohl der Umsatz dadurch leicht sinke, werde ein konstantes Ergebnis erwartet, sagte Kurt Häge, Sprecher des von fünf auf drei Personen verkleinerten Vorstands der Laubag.

"Die Rahmenbedingungen für die Braunkohle werden schwieriger", begründete Häge den verhaltenen Ausblick.Häge warnte die neue Bundesregierung vor einer zusätzlichen Belastung der ostdeutschen Energiebranche durch eine Energiesteuer.Zwar sei die ostdeutsche Braunkohleverstromung durch die Sonderklausel bis 2003 vor der Liberalisierung des deutschen und europäischen Strommarktes geschützt.Doch bereits im Vorfeld verstärke sich der Druck auf die noch vergleichsweise hohen ostdeutschen Strompreise.Die Laubag sei als Rohstofflieferant gezwungen, sich dem verschärften Wettbewerb zu stellen und ihre Rationalisierungspotentiale weiter auszuschöpfen.

Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die Gesamtbelegschaft um 11 Prozent von 8671 auf 7726 verringert.In diesem Jahr sollen insgesamt weitere 1000 Stellen gestrichen werden, wovon bereits 900 Arbeitsplätze in den vergangenen vier Monaten abgebaut wurden, wie Arbeitsdirektor Gerhard Höhn erklärte.Dabei seien auch betriebsbedingte Kündigungen nicht zu vermeiden gewesen.

Das vergangene Geschäftsjahr bezeichnete Vorstandssprecher Häge als erfolgreich, da erstmals seit der Wende wieder der Absatz von Rohbraunkohle gesteigert werden konnte.Mit 48,8 Mill.Tonnen wurde 2,8 Prozent mehr Braunkohle verkauft als im Vorjahr.Dies sei hauptsächlich auf den gestiegenen Bedarf der Veag-Kraftwerke zurückzuführen.Die Veag nimmt als Hauptkunde über 90 Prozent der Laubag-Kohle ab.Der Umsatz sank 1997/98 um 11 Prozent auf 1,8 Mrd.DM.Dreiviertel der Erlöse entfallen dabei auf die Rohkohle.Der Jahresüberschuß verringerte sich um 7,4 Mill.DM auf 27,6 Mill.DM.Nach Steuern sowie Zuführung zu den Gewinnrücklagen lag der Bilanzgewinn bei 15,3 (15,8) Mill.DM.Das Ergebnis der Beteiligungsgesellschaften sei ausgeglichen gewesen, sagte Häge.Die Laubag investierte 255 Mill.DM.

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