Wirtschaft : Lauer November für den Einzelhandel

Branche macht nur ein minimales Umsatzplus

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Berlin Das Weihnachtsgeschäft im November ist für den deutschen Einzelhandel nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Die Branchenumsätze sind im Vergleich zum November 2003 nur minimal um 0,2 Prozent gestiegen, inflationsbereinigt sogar nur um 0,1 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Grund für das leichte Umsatzplus ist aber nicht die Kauflust der Verbraucher gewesen, sondern die Tatsache, dass der November einen Verkaufstag mehr als im Vorjahr hatte.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hat bereits mit mäßigen Novemberzahlen gerechnet. „Der Stimmungsumschwung bei den Verbrauchern ist erst spät gekommen und hat das Geschäft im November nicht mehr beflügeln können“, sagte eine HDE-Sprecherin dem Tagesspiegel. Der Verband hält aber an seiner Prognose fest, dass die Branche in den letzten beiden Monaten 2004 rund eine Milliarde Euro mehr umsetzen wird als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet der HDE nach wie vor ein Umsatzminus von 0,5 bis einem Prozent.

Auch der Handelsverband BAG sagte, dass die Bundesbürger den „Löwenanteil“ ihrer Weihnachtsgeschenke erst im Dezember gekauft hätten. Für 2005 gab sich der BAG verhalten optimistisch: „Wir hoffen, in diesem Jahr die Abwärtsbewegung stoppen zu können“, erklärte der stellvertretende BAG-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels. Der HDE hält sich mit genauen Prognosen zurück. „Klar ist, dass auch 2005 kein leichtes Jahr für unsere Branche werden wird“, sagte die Sprecherin. Sollte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt bessern, dann könnte es in der zweiten Jahreshälfte einen Aufschwung geben. Der deutsche Einzelhandel ist seit drei Jahren in der Krise. Von den rund 40000 selbstständigen Händlern mit insgesamt 2,8 Millionen Beschäftigten mussten allein 2004 9400 Insolvenz anmelden.

Auch wenn der Einzelhandel im November insgesamt etwas mehr umgesetzt hat, hat es einzelne Branchenbereiche gegeben, die ein Minus verzeichnet haben: Der Lebensmittelhandel, Waren- und Kaufhäuser sowie der Versandhandel verkauften weniger als noch ein Jahr zuvor. Hart hat es vor allem die Fachgeschäfte für Bücher, Schmuck und Sport getroffen – sie verbuchten ein nominales Minus von fünf Prozent. Aufwärts ging es hingegen im Bereich Textilien, Bekleidung, Lederwaren und Schuhe. Der BAG sagte, man sei erfreut darüber, dass Textil- und Lederwarenhandel „als wichtige Leitbranchen für die Entwicklung des innerstädtischen Einzelhandels“ wieder im Aufwärtstrend seien. dro

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