• Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelstages folgen die Unternehmen den Auftraggebern über die Grenze

Wirtschaft : Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelstages folgen die Unternehmen den Auftraggebern über die Grenze

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Im Verkehrsgewerbe und vor allem bei den unternehmensorientierten Dienstleistern entwickelt sich ein zunehmendes Interesse an Produktionsverlagerungen ins Ausland. Dies hat der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) in einer Unternehmensbefragung über Produktionsverlagerungen ins Ausland festgestellt. Während bei einer vergleichbaren Umfrage im Herbst 1993 unternehmensorientierte Dienstleistungsunternehmen keine Angaben über Pläne zur Produktionsverlagerung ins Ausland machten, gaben 1996 bereits acht Prozent der Befragten dieser Branche und im Herbst 1999 sogar 17 Prozent an, sie wollten in den nächsten drei Jahren Unternehmensteile jenseits der Grenze verlagern. Es seien insbesondere Unternehmen der elektronischen Datenverarbeitung, des Messe- und Ausstellungsgewerbes sowie Unternehmens- und Rechtsberater, die aus Standortgründen eine wachsende Neigung zu Investitionen im Ausland zeigten, stellte der DIHT fest. Im Zuge der Globalisierung handele es sich dabei in erster Linie um unternehmensnahe Dienstleister, die ihre Auftraggeber aus der Industrie ins Ausland begleiteten. Hinzu komme, dass man sich im Ausland bessere Rahmenbedingungen verspreche.

Im Verkehrsgewerbe setze sich die Entwicklung zum "Ausflaggen" fort. Die nur auf Deutschland begrenzte Einführung der Ökosteuer trage zur Förderung dieser Entwicklung bei. Neben der Steuervermeidung seien aber auch die vielfach niedrigeren Arbeitskosten im Ausland der Grund dafür, dass Verkehrsunternehmen dem Standort Deutschland den Rücken zukehrten. Im produzierenden Gewerbe blieben die hohen Arbeitskosten in Deutschland nach der Umfrage das wichtigste Motiv für die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland. Das Gewicht der Arbeitskosten hat sich danach jedoch gegenüber den Angaben vor drei Jahren verringert. Einen Grund dafür sieht der DIHT in den moderaten Lohnrunden der Jahre 1996 bis 1998. Zugenommen hat dagegen die Bedeutung der hohen Steuern und Abgaben als Grund für die Standortverlagerung aus Deutschland. Im Verkehrsgewerbe und bei unternehmensorientierten Dienstleistungen sind die hohen deutschen Steuern und Abgaben nach der Umfrage sogar der Hauptgrund für den Umzug über die Grenze.

Nach der Umfrage bleiben Mittel- und Osteuropa die wichtigsten Zielregionen für Produktionsverlagerungen deutscher Unternehmen ins Ausland.

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