Wirtschaft : LBB-Ergebnis springt über eine Mrd.DM

Aber hohe Risikovorsorge drückt Jahresüberschuß / Auswirkungen der regionalen Wirtschaftskrise BERLIN (alf).Erstmals in ihrer Geschichte hat die Landesbank Berlin (LBB) ein Ergebnis von mehr als einer Mrd.DM erreicht.Im vergangenen Jahr lag das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge bei 1,05 Mrd.DM und nach Risikovorsorge bei 638,6 Mill.DM.Die Eigenkapitalrendite der zur Bankgesellschaft Berlin gehörenden LBB habe damit bei rund 24 Prozent gelegen, "deutlich besser als das gesteckte Konzernziel von rund 15 Prozent", wie Ulf-Wilhelm Decken, Sprecher des Vorstands der LBB am Freitag auf der Jahrespressekonferenz erläuterte.An die Bankgesellschaft wurde ein Gewinn in Höhe von 366,8 Mill.DM abgeführt.Nach Ertragssteuern verblieb ein Jahresüberschuß von 138,2 Mill.DM; 50 Mill.DM davon werden der Zweckrücklage der Investitionsbank Berlin und 88,2 Mill.DM der Gewinnrücklage zugeführt. Im Hinblik auf das geplante Zusammengehen von Bankgesellschaft und NordLB sagte Decken, "wir sind so gut, daß die Rolle der LBB auch in einem erweiterten Konzern nach vorne geht".Für das laufende Jahr sei er zuversichtlich, daß "wir nicht schlechter abschneiden werden als 1997".Allerdings könne niemand die "wirtschaftliche Entwicklung der Kernregion" voraussagen.Im vergangenen Jahr seien zwar "große Teile der latenten Risiken aufgedeckt" worden.Dennoch habe es negative "Überaschungen" für die insbesondere im Firmenkundengeschäft engagierte LBB gegeben.Für das vergangene Jahr wird eine Risikovorsorge von 415 Mill.DM ausgewiesen.Diese Summe war "aber niedriger als im Vorjahr, wenn die Sondereinflüsse der Konzernentwicklung des Jahres 1996 außer acht bleiben".Aufgrund dieser Sondereinflüsse - die LBB hatte 1996 Reserven aufgelöst, um vor allem den Milliardenverlust bei der Konzernschwester Berliner Bank mit auszugleichen - ergibt sich auch ein "schiefes" Bild bei der Ergebnisentwicklung im Jahresvergleich: Das 97er Betriebsergebnis liegt nämlich mit 639 Mill.DM um 311,8 Mill.DM oder 33,8 Prozent unter dem 96er Ergebnis.Aufgrund der "konzernbedingten Sondereinflüsse" war 1996 das Ergebnis nach Risikovorsorge um 86 Prozent auf 950 Mill.DM gestiegen.Würde jedoch das Ergebnis von 1996 um die außerordentlichen Effekte bereinigt, so läge es nach Vorstandsangaben um 400 Mill.DM niedriger. Decken zufolge geht die LBB auch für das laufende Jahr von einer zunehmenden Zahl von Unternehmenspleiten in Berlin-Brandenburg aus.Als Universalbank, die nicht zuletzt bei kleinen und mittleren Firmen im Geschäft sei, belaste "das schwierige Umfeld".Allerdings fühle sich das Institut "der Region verpflichtet", was zu "mehr Ausreichungen als bei den Wettbewerbern" führe.Die Wirtschaftskrise in Berlin-Brandenburg zeige sich auch in den um zwei Prozent gesunkenen Spareinlagen, da "die Sparfähigkeit breiter Bevölkerungsschichten weiter abgenommen hat".Die Sparquote sei mit zwölf Prozent des verfügbaren Einkommens auf den niedrigsten Stand seit der Vereinigung gesunken.Demgegenüber hat die LBB eine "sehr viel stärker ausgeprägte Bereitschaft zur Anlage in Aktien und Investmentfonds" beobachtet. In allen vier Geschäftsfeldern verbuchte die LBB 1997 Zuwächse (siehe Grafik).Der größte Ergebnisbeitrag kam aus dem Privatkundengeschäft.Mit rund 1,1 Millionen Kunden erreicht die LBB nach eigenen Angaben einen Marktanteil von gut 45 Prozent.Mit 174 Sparkassenfilialen, 53 externen Selbstbedienungsstationen und fast 500 Geldautomaten verfüge die LBB über das dichteste Filial- und Geldautomatennetz Berlins.Die Zahl der Mitarbeiter von zuletzt 7125, davon 3400 in den Filialen, wird sich Decken zufolge im laufenden Jahr kaum verändern.Der Vorstandssprecher stellte die Ausbildungsplätze der LBB heraus: 1997 stieg die Zahl der Azubis um 28 auf 604.Das waren allerdings deutlich weniger als 1993 (734 Auszubildende) und 1994 (660).

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