Lebenshaltung : Energiekosten belasten Osten stärker als Westen

Haushaltseinkommen ist im Osten niedriger als in den alten Bundesländern. Die Preise für Strom und Gas hingegen sind höher

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Berlin - Haushalte in Ostdeutschland müssen relativ viel für Energie ausgeben. Das liegt an den hohen Preisen für Strom und Gas sowie andererseits an den niedrigeren Einkommen. Nach einer Erhebung des Vergleichsportals Check 24 kommt die Energie die Leipziger am teuersten: Sie geben 9,54 Prozent ihres durchschnittlichen Einkommens für Strom und Gas aus. Dieser Anteil ergibt sich aus einem durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1552 Euro und Energiekosten von 148 Euro.

Zum Vergleich: Die niedrigste Energiequote hat München. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2138 Euro und Energiekosten von 114 Euro müssen die Münchener nur 5,31 Prozent ihres Einkommens für Strom und Gas ausgeben. Der Durchschnittswert beträgt im Übrigen 7,16 Prozent. Darüber liegt Berlin mit einer Energiekostenquote von 7,99 Prozent, wobei die kürzlich von der Gasag angekündigte Preiserhöhung um 13 Prozent zum 1. Oktober bereits berücksichtigt ist. Damit liegt Berlin auf Platz 15 in der Rangliste der „teuersten“ Städte. Die ersten Plätze belegen – nach Leipzig – Gera und Jena. In Westdeutschland belastet die Energie das Haushaltsbudget in Krefeld und Bremerhaven am stärksten.

Eine Auswertung der Energiepreise in den 100 größten Städten sieht Regensburg vorn und Zwickau hinten. Die Niederbayern zahlen im Jahr für 3000 Kilowattstunden Strom 659 Euro, die Sachsen dagegen 741 Euro. Und beim Gas sind die Unterschiede noch größer: Während die Bremer hier mit 597 Euro für 10 000 kWh am besten dran sind, zahlten die Leipziger mit 1008 Euro für die gleiche Menge am meisten. Als Konsequenz wird den Verbrauchern empfohlen, die Preise zu vergleichen und einen Wechsel zu preisgünstigeren Anbietern zu erwägen. Zumal die Energiekosten voraussichtlich weiter steigen.

Nach Einschätzung der Berliner Energy Brainpool steigt der Strompreis im nächsten Jahr um gut sechs Prozent für die Endverbraucher. Das ergebe sich allein aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Auf Grundlage des Gesetzes wird der Ökostrom bezuschusst. Diesen Zuschuss zahlen die Verbraucher – in diesem Jahr gut zwei Cent je Kilowattstunde. Nach Berechnungen von Brainpool steigt dieser Zuschuss im kommenden Jahr auf 3,2 Cent. Mit dem Geld werden die Betreiber der Stromnetze dafür entschädigt, dass sie – etwa von Solaranlagenbetreibern – den Strom zu festgelegten Vergütungssätzen abnehmen müssen. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4500 kWh/Jahr steigen die Kosten wegen des EEG im nächsten Jahr um 52 Euro, hat Brainpool berechnet.

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