Lebensmittel : Genreis jetzt auch in Frankreich und Schweden

Der Skandal um illegal eingeführten Genreis weitet sich aus. Nach Funden von genmanipulierten Produkten bei Aldi Nord ist jetzt auch in Frankreich und Schweden verdächtiger Reis aufgetaucht.

Brüssel - Der Skandal um illegal aus den USA importierten Langkornreis weitet sich aus: In Frankreich und Schweden wurde die in der EU nicht zugelassene genmanipulierte Sorte LL 601 entdeckt. Diese Ergebnisse aus staatlichen Labors müssten aber noch von EU-Experten abgesichert werden. Für Berichte der Umweltorganisation Greenpeace, wonach verbotener Genreis auch nach Deutschland gelangt sein soll, gibt es unterdessen laut EU-Kommission noch keine Bestätigung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte die Bundesländer auf, aus den USA importierten Reis umfangreich zu testen.

Bei Tests, die die Unternehmen im europäischen Dachverband der Reismühlen veranlasst hatten, wurde der Genreis nach Angaben der EU-Kommission in 20 Prozent der Proben nachgewiesen. Alle Lieferungen mit dem nicht zugelassenen Reis seien zurückgerufen oder bereits vom Markt genommen worden. Für die Bestätigung der Tests aus Frankreich und Schweden müsse zwischen einer und zwei Wochen eingerechnet werden. Alle Mitgliedstaaten hätten die Kontrollen bei der Einfuhr von Langkornreis aus den USA verschärft. Greenpeace hatte am Montag erklärt, der bei dem Discounter Aldi Nord erhältliche Langkornreis der Marke Bon-Ri aus den USA enthalte Spuren von genmanipuliertem Reis, sehr wahrscheinlich der Sorte LL 601.

Gefundener Genreis ist kein Einzelfall

Am holländischen Hafen Rotterdam, wo 20.000 Tonnen Reis aus den USA aufgefallen waren, wurde bei drei von bisher 23 untersuchten Ladungen der Genreis nachgewiesen, erklärte die Kommission unter Berufung auf die niederländischen Behörden. Auch diese Tests würden fortgesetzt. Zu den Berichten der Umweltorganisationen Greenpeace und Friends of the Earth über verbotene Genreis-Reisimporte auch aus China forderte die Kommission, alle Informationen und Proben sollten den nationalen Behörden zur Verfügung gestellt werden. Eine Bestätigung gebe es noch nicht. Zugleich richtete Brüssel eine entsprechende Anfrage an die chinesischen Behörden.

Der BUND stützte sich mit seinen Forderungen an die Bundesländer nach umfangreichen Tests auf die von der Kommission genannten Zahlen. "Wenn in 33 von 162 überprüften Proben verschiedener Anbieter der Reis enthalten ist, dann haben wir es hier nicht mit einem Einzelfall zu tun," sagte Geschäftsführer Gerhard Timm. Dann sei die nach Europa importierte Ware flächendeckend kontaminiert worden. Die deutschen Behörden sollen nach Forderung des BUND die Handelsnamen und die Händlerfimren offen legen. Die Verbraucher hätten ein Recht darauf zu erfahren, in welchen Produkten den Genreis enthalten sei. Nur dann hätten Kunden ein Wahlrecht für oder gegen den Kauf verdächtiger Ware. (tso/AFP)

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