Wirtschaft : Lebensmittel werden billiger

Aldi legt vor, und alle machen mit – schon zum zehnten Mal in diesem Jahr

Heike Jahberg
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Foto: dpadpa

Berlin - Aldi senkt die Preise, und alle ziehen nach. Nachdem der Discounter am Donnerstag rund 30 Artikel verbilligt hatte, hat auch die Konkurrenz Preissenkungen angekündigt. Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka, zu dem auch die Reichelt-Filialen gehören, versprach seinen Kunden, in seinem Billigsortiment mit Aldi gleichzuziehen. Erste Preissenkungen werde es bereits an diesem Freitag geben, kündigte Edeka-Sprecher Alexander Lüders an, „spätestens am Wochenende ist es in allen Filialen so weit“. Gleiches gilt für die Edeka-Discount-Tochter Netto.

Penny, die Discount-Marke der Lebensmittelgruppe Rewe, reduzierte bereits am Donnerstag bei mehr als 50 Artikeln die Preise. An diesem Freitag werden auch in den Rewe-Läden die Preise sinken. „Wir werden die Aldi-Offensive bei unseren ,Ja-Produkten’ begleiten“, betonte Andreas Krämer, Sprecher des zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändlers. Lidl betonte, man habe bereits am Donnerstag reagiert. Auch der Nürnberger Lebensmitteldiscounter Norma beteiligt sich an der Preissenkungsoffensive. Dagegen will die Metro-Tochter Real „zu gegebener Zeit“ handeln. Wahrscheinlich mit Preissenkungen: Die Kunden würden erwarten, dass sie die Produkte der Real-Preiseinstiegsmarke und der Discountmarke Tip „zum identischen Preis wie beim Discounter bekommen“, erklärte Real- Sprecher Markus Jablonski.

Aldi hatte am Donnerstag zum zehnten Mal in diesem Jahr die Preise gesenkt. Käsescheiben gibt es jetzt rund 20 Prozent günstiger, Sprühsahne kostet 17 Prozent weniger. Auch Fleisch, Pommes Frites und Reis sind nun billiger.

Der Deutsche Bauernverband zeigte sich überrascht. „Das ist eigentlich gegen die aktuelle Marktentwicklung“, sagte Milchreferentin Rona Mosel dem Radiosender MDR Info. Für die Milchbauern, die seit Monaten für höhere Preise kämpfen, sind die jüngsten Preissenkungen eine Enttäuschung. Nachdem Aldi Anfang des Monats die Preise für Butter kräftig angehoben hatte, hatten sie gehofft, dass nun auch andere Milchprodukte teurer würden.

Die jüngste Preissenkungsrunde erklärt der Handel mit zwei Phänomenen: den sinkenden Weltmarktpreisen für Getreide, Milch und Öl und der scharfen Konkurrenz im Lebensmitteleinzelhandel. Besonders Aldi stehe unter Druck, heißt es in der Branche. Hinzu kommt, dass die Discounter deutlich langsamer wachsen als früher. Das Ziel ist daher, Konkurrenten zu verdrängen. hej

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