Wirtschaft : Leichter Dämpfer für die gute Stimmung

München - Die Konjunktur-Euphorie in der deutschen Wirtschaft hat im Juni einen kleinen Dämpfer erhalten. Der Ifo- Geschäftsklimaindex sank überraschend von 108,6 auf 107,0 Punkte, wie das Ifo- Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag in München mitteilte. Damit liegt das Konjunkturbarometer historisch betrachtet aber immer noch auf hohem Niveau. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht deshalb auch keinen Grund zur Besorgnis. Die Ergebnisse des Konjunkturtests sprächen „für eine weiterhin robuste Konjunktur“, sagte Sinn laut Mitteilung in München. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Bert Rürup.

Das Ifo-Institut befragt monatlich rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistungsbranche und Bauwirtschaft nach ihren Urteilen zur aktuellen Geschäftslage und ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Bei der aktuellen Befragung schätzten die Firmen ihre derzeitige Lage schlechter ein und zeigten sich auch für die kommenden sechs Monate skeptischer. Das Ifo-Institut sieht aber noch keine Anzeichen für einen Einbruch der wirtschaftlichen Entwicklung. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir unsere Konjunkturprognose nach unten revidieren müssen“, sagte Ifo-Volkswirt Hans Russ. Die Nachwirkungen der Mehrwertsteueranhebung seien offenbar stärker als zunächst angenommen. Mit den hohen Energiepreisen und den Zinserhöhungen stehe die Stimmungseintrübung dagegen nicht in Zusammenhang.

Ein Ende des Aufschwungs am Arbeitsmarkt ist nach Einschätzung des Instituts nicht zu befürchten. „Die Beschäftigungssituation wird sich weiter verbessern“, sagte Russ. Vor allem Industrieunternehmen wollten einstellen. dpa

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