Wirtschaft : Leihgabe von der Zentrale

MARTINA OHM

Bedo Panner soll in Berlin für Ruhe und Ordnung sorgenVON MARTINA OHM

Er gilt als der Mann, der wieder für Ruhe und Ordnung sorgen soll.Als eine Art Feuerwehrmann von der DG Bank in die Hauptstadt entsandt, ist der gelernte Anwalt und Bankvorstand Bedo Panner, Jahrgang 43, ganz in seinem Element.Schon häufiger folgte er den dringenden Rufen diverser Kreditgenossenschaften, mal hierher, mal dorthin - auch schon mal, ein halbes Jahr nach Berlin zur Köpenicker Bank -, um wieder Ordnung in eine Sache zu bringen.Jetzt, sagt Panner, habe er spontan zugestimmt.Als Interims-Chef der Grundkreditbank - "ich bin kein Mann der Routine " -, wo der gebürtige Lankwitzer Ende Mai die Nachfolge Jürgen Bostelmanns antritt, wird er vor allen Dingen den Zahlen auf den Grund gehen wollen.100 Tage Schonfrist hat er sich allerdings ausbedungen. Bis dahin heißt es Schadensbegrenzung ganz im Stillen, zur "Handlungsfähigkeit" zurückfinden - nach bewährter Manier.Ein vier- oder fünfköpfiges Team wird Bedo Panner und seinen Kollegen Gert Schemmann, der auch nach Berlin wechselt, dabei hilfreich zur Seite stehen. Die Analyse der bilanziellen Risiken ist freilich nicht die einzige, schwere Aufgabe, die auf Panner wartet.Ein Großteil seiner Zeit muß er der Frage widmen, wie - möglichst rasch - eine Fusion der drei großen Berliner Genossenschaftsbanken, der Berliner Volksbank, der Grundkreditbank und der Köpenicker Bank zustande gebracht werden kann.Der "Reorganisationsprozeß" muß natürlich die Zustimmung der Genossen, also der Kundschaft - durch entsprechende Versammlungen - finden.In einer Phase, in der die Ertagsentwicklung mit besonderen Risiken behaftet ist, ein schwieriges Unterfangen.Allerdings gewinnt man schnell den Eindruck, daß Panner die Sache meistern wird.Von vornherein hat er auch klargestellt, daß er selber nicht am Wettbewerb um den Chefposten einer - einmal - fusionierten Berliner Genossenschaftsbank teilnimmt.Wann immer er die Koffer packt und in die Frankfurter Zentrale zurückkehrt - die Rückfahrkarte wird benutzt.Für seinen Erfolg spricht einiges: seine berufliche Ausbildung als Anwalt und praktische Erfahrung als Berater von Bauträgern, seine langjährige Tätigkeit in der genossenschaftlichen Bankenszene - seit 1975 gehört er der DG Bank, der Zentrale der deutschen Kreditgenossenschaften an - und natürlich in seiner Person.Sein achjähriger Sohn, gibt er ungeniert Einblick ins Private, hole ihn immer wieder auf den Boden der Tatsachen.Und das, räumt er ein, könne man wirklich hin und wieder gut gebrauchen.

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