Wirtschaft : Leipzig bewirbt sich um Ausrichtung der Cebit Home

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Konkurrent von Nürnberg rechnet sich gute Chancen aus$

LEIPZIG (ms). Die seit dem Neubau des Leipziger Messegeländes unter besonderem Erfolgsdruck stehende Geschäftsführung will sich nun doch vehement um eine neue Spitzenveranstaltung bemühen: Da die Cebit Home im Jahr 2000 aufgrund der Weltausstellung Expo nicht im angestammten Hannover stattfinden kann, wird hierfür seit längerem über ein Ausweichquartier nachgedacht.Zunächst hatte sich Leipzig aber noch nicht geäußert, weil die Kontakte mit Hannover nur intern aufgenommen worden seien, heißt es aus der Chefetage der Messe.Inzwischen steht jedoch mit der Messe Nürnberg mindestens ein ernstzunehmender Konkurrent auf dem Plan, so daß man auch in die Öffentlichkeit gegangen sei.Die Sachsen führen ins Feld, über eines der modernsten Messegelände mit entsprechender ISDN-Verkabelung sämtlicher Hallen zu verfügen.Dazu kommt die zwar noch nicht ganz fertige, aber doch schon recht großzügige Verkehrsinfrastruktur sowie einige kleinere, aber vielversprechende Messen in der Telekommunikationsbranche. "Wir können technisch diese Messe von heute auf morgen ausrichten, ohne erneut zu investieren", ist sich Leipzigs Messesprecher Rolf Huber sicher.Zudem hofft Leipzig auf die guten Verbindungen mit der Stadt an der Leine, die seit vielen Jahren Partnerstadt ist und einst sogar ihren Oberstadtdirektor Hinrich Lehmann-Grube an die Pleiße entsandte ­ der bis zum heutigen Tag hier Oberbürgermeister ist.Auch die Hannover-Messe half den Leipzigern nach der Wende mit aus den Startlöchern: Sie veranstaltete in den ersten Jahren die mittlerweile sehr erfolgreiche Baufachmesse in Leipzig.Die Cebit Home böte Gelegenheit, daß auch Aussteller einmal sich vom Leipziger Messestandort überzeugen könnten, die sonst nie hierher fänden, meint Huber.Dennoch verspricht sich auch der Geschäftsführer der Nürnberger Messe, Bernd Diederichs, gute Chancen.Bis zum Jahr 2000 wird sein Gelände immerhin 133 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche haben, weil bis dahin ein Neubau fertig sein soll.Leipzig hingegen kann lediglich 102 000 Quadratmeter anbieten ­ nach Ansicht der Nürnberger viel zu wenig für eine solch erfolgreiche Publikumsmesse.Zudem zweifelt Diederichs an, daß sich der Grundansatz der Leipziger umsetzen ließe, auch verstärkt Osteuropäer zu dieser Veranstaltung zu holen. Huber hingegen sieht für seinen Optimismus eine Reihe von guten Gründen, die von der Ostkompetenz der Leipziger Messe bis hin zu den hier mittlerweile sehr günstigen Hotelpreisen reichen.Auch das Argument, daß in Leipzig die Veranstaltungen im Schnitt schwächer besucht würden, läßt er nicht gelten: Dies betreffe lediglich einige noch junge Fachmessen, nicht aber die reinen Publikumsveranstaltungen.Die Cebit Home sei genau solch eine Veranstaltung, die in erster Linie auf den Verbrauchermarkt ziele.

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