Wirtschaft : Leipzig sucht Kooperation mit Berlin

Flughäfen könnten zusammenarbeiten

Rainer W. During

Leipzig - Die Mitteldeutsche Flughafen AG hält eine Kooperation mit den Berliner Flughäfen bei der Marktbearbeitung für möglich. Auch eine Beteiligung an der Berliner Abfertigungsfirma Globe Ground wollte Markus Kopp, der künftige Vorstandsvorsitzende des Fughafenbetreibers von Leipzig/Halle und Dresden, am Montagabend vor Journalisten nicht ausschließen. In der Hauptstadt sieht man dagegen keine Basis für eine Zusammenarbeit.

Wie berichtet wollen sich die Berliner Flughäfen von ihrem 51-prozentigen Anteil an Globe Ground trennen. Das gemeinsame Tochterunternehmen mit der Lufthansa hat wegen des harten Wettbewerbs wirtschaftliche Schwierigkeiten. Am Ende müsse sich eine solche Beteiligung aber rechnen, sagte Kopp. Auf keinen Fall dürfe die eigene Handling-Tochter Port Ground gefährdet werden. Aktuell gebe es keine Verkaufsgespräche, sagte der Berliner Flughafensprecher Ralf Kunkel. Vorrang habe die Sanierung von Globe Ground.

„Es gibt keine Überschneidungen im Einzugsbereich“, sagte der scheidende Leipziger Vorstandschef Volkmar Stein zur Konkurrenzsituation mit dem künftigen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI). Denkbar sei es aber, USA-Reisende aus der Region, die nicht auf die Lufthansa fixiert seien, nach Berlin statt nach Frankfurt zu schicken. Umgekehrt könnte die Hauptstadtregion vom 24-Stunden-Betrieb in Leipzig/Halle profitieren.

Den hat das Bundesverwaltungsgericht mit seinem Urteil Anfang November allerdings infrage gestellt. Die Richter entschieden, dass ein Nachtflugbetrieb zwischen 22 und 6 Uhr nur für den Expressfrachtverkehr zulässig ist. Das ist Voraussetzung dafür, dass der Flughafen bis 2008 für 300 Millionen Euro zum Europadrehkreuz von DHL ausgebaut wird. Wenn nur Expressflüge erlaubt würden, wäre das „fatal“ für Leipzig/Halle, betonte Stein. Trotzdem wird um weitere Fluggesellschaften geworben. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Passagierverbindungen nach Moskau, Warschau und St. Petersburg sowie interkontinentale Frachtflüge zum Beispiel von Lufthansa Cargo, sagte Markus Kopp.

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