Wirtschaft : Leipziger Forschungsforum übertrifft alle Erwartungen

Mehr als 1000 Institute und Unis stellen bis Sonnabend aus

LEIPZIG (ms).Das Forschungsforum 1997, im vergangenen Jahr als Ergänzungsveranstaltung der Leipziger Innovationsmesse ins Leben gerufen, hat eine offenbar selbst für die Initiatoren überraschende Dynamik entwickelt: Mit 1100 Ausstellern und einer belegten Fläche von über 25 000 Quadratmetern übetrifft die Sonderschau von Hochschulen, Max-Planck- und Fraunhofer-Instituten sowie industrienahen Forschungseinrichtungen längst die Innovationsmesse selbst."Wir haben eine solche Resonanz in unseren kühnsten Prognosen nicht erwartet und waren am Rand unserer Kräfte", räumte Elke Wülfing, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesforschungsministerium, ein.Das Ziel der von Dienstag bis Sonnabend geöffneten Schau umriß die Politikerin mit einer breiteren Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft.Parallel zum Forschungsforum findet die Innovationsmesse statt, die am Mittwoch von Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt eröffnet wird.Dort sind 427 Aussteller aus 15 Ländern vertreten. "Wir haben in Deutschland eine stark geförderte, exzellente Grundlagenforschung und sind auch in der angewandten Forschung stark im internationalen Vergleich, jedoch besteht ein deutlicher Nachholbedarf bei der Umsetzung von Ideen zu Produkten", so die Staatssekretärin anläßlich der Eröffnung am Dienstag.Um so mehr freue es sie, daß sich die der Grundlagenforschung verpflichtete Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hier erstmals seit reichlich 20 Jahren mit 40 Instituten in ganzer Breite präsentiere.Es sei an der Zeit, daß der Öffentlichkeit stärker gezeigt werde, was mit den Steuergeldern auch in diesem Bereich geschehe. Hubert Markl, Präsident der MPG will solche Öffentlichkeitsdefizite mit aller Kraft abbauen, wobei das Forum in Leipzig eine ausgezeichnete Basis bilde."Wir müssen, um unsere Arbeit immer neu zu befruchten, ständig neue und zunehmend disziplinübergreifende Kontakte suchen und finden", so Markl.Als er dies seinen Instituten mit der Empfehlung zu Beteiligung am Forschungsforum nahelegte, sei dies "ohne Widerstand aufgenommen" worden."Wir bleiben natürlich von der Industrie unabhängig, aber warum soll man bei der Katalyseforschung nicht solche Synthesen im Hinterkopf haben, die in der Praxis die meisten Schwierigkeiten bereiten", argumentierte Markl. Auf eine Besonderheit der ostdeutschen Forschungslandschaft wies der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Wolfgang Frühwald hin.Die DFG habe hier nach dem Wegbrechen der Industrieforschung an Hochschulen mit einem Jahresetat von 94 Mill.DM sogenannte Innovationskollegs gegründet, die als Forschungskerne mit neugegründeten Kleinunternehmen kooperieren und diesen durch innovative Lösungen "wirtschaftliche Schübe einimpfen" sollen.Allerdings sei der bisher gesicherte Zeithorizont von fünf Jahren offenbar zu kurz gegriffen. Wenn das Forschungsforum in Leipzig ein Erfolg werden sollte, das wird vor allem am Erscheinen der Entscheidungsträger der Wirtschaft zu messen sein, will das Forschungsministerium im nächsten Jahr diese Messe europaweit ausschreiben, deutete Staatssekretärin Wülfing an.Am Standort Leipzig, der inzwischen Konkurrenzbestrebungen vor allem aus Hannover registriert, werde in diesem Fall festgehalten.

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