Wirtschaft : Leitsysteme bringen Verkehre in Fahrt

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Mehr benutzen, weniger besitzen. So lautet die Formel von Wissenschaftlern, die sich mit nachhaltigem und effizienten öffentlichen Personennahverkehr auseinandersetzen. Was damit gemeint ist, sieht man bereits in Ansätzen auf deutschen Straßen. Leihräder stehen an vielen Bahnhöfen und auch Carsharing wird immer populärer. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Nutzer um 50 Prozent gestiegen“, sagt Wolfgang Schade, Leiter des Geschäftsfeldes Verkehrssysteme am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung.

In Zukunft wird es jedoch verstärkt darum gehen, aus dieser Vielfalt an Angeboten neben Rad, Bahn, Bus und Tram immer das optimale Verkehrsmittel zu wählen und zu kombinieren. Schon heute spucken Anwendungen auf Smartphones dem Nutzer aus, mit welcher Buslinie er etwa von A nach B kommt.

Und was ist mit Verkehrsleitsystemen, die den Fluss von Autos und Lastwagen steuern? Mit intelligenten Staumeldern oder Anzeigentafeln, wo der nächste Parkplatz zu finden ist? Prinzipiell nicht schlecht, findet Schade. „Aber den größeren nachhaltigen Effekt haben Sie natürlich, wenn Sie sich erst gar nicht ins eigene Auto setzen. Leitsysteme können nur ein Baustein im Mobilitätskonzept sein.“ Ein weiterer ist die Fahrzeugtechnik. Und in Nürnberg und Würzburg testet die Deutsche Bahn seit kurzem Rangierlokomotiven mit Hybridantrieb.

Siemens hat ein Steuerungssystem entwickelt, mit dem man die Frequenz von U-Bahnen erhöhen kann, und das in der Mega-City Peking bereits eingesetzt wird. Die Züge fahren dann nicht mehr im 3-Minuten-Takt, sondern bereits nach 80 Sekunden in den Bahnhof ein.

Über eine W-Lan-Funktechnologie werden die Positionen der Fahrzeuge zentimetergenau gemessen und mit den Standorten anderer Züge abgeglichen, so dass automatisch immer der erforderliche Sicherheitsabstand gewahrt wird. Es gibt also schon ein paar Beispiele für die Zukunft. Anna Pataczek

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