Leserdebatte : Kundenservice? Nicht bei der Bahn!

Kein Geld zurück, weil eine 14-Tage-Frist abgelaufen ist, von der sie nie erfahren hat - unsere Redakteurin hat sich ziemlich über den Service der Deutschen Bahn geärgert. Welche Erlebnisse haben Sie gemacht, liebe Leserinnen, liebe Leser?

von
Über das, was die Deutsche Bahn "Service" nennt, hat sich Redakteurin Karin Christmann ziemlich geärgert.
Über das, was die Deutsche Bahn "Service" nennt, hat sich Redakteurin Karin Christmann ziemlich geärgert.Foto: dpa

Eigentlich nahm der Ärger seinen Anfang, als ich ein neues Portemonnaie geschenkt bekam. Als ich das nämlich einräumte, steckte ich aus Versehen nur meine abgelaufene Bahn Card hinein, die gültige blieb auf dem Wohnzimmertisch liegen. Das bemerkte ich leider erst, als ich das nächste Mal Zug fuhr - und das ist natürlich mein Fehler. Kein Problem also, dass ich im Zug nachzahlen musste. "Am Schalter bekommen Sie das Geld wieder", sagte der Schaffner, und die kleine Quittung, die er mir in die Hand drückte, steckte ich ungelesen ins Portemonnaie. Zwei Tage später, auf der Rückfahrt, hatte ich natürlich immer noch keine BahnCard, eine zweite Quittung kam hinzu. Dass am Schalter jeweils eine Bearbeitungsgebühr fällig würde - der Schaffner sprach, glaube ich, von neun Euro - fand ich völlig in Ordnung. Bis hierher hatte schließlich nur ich selbst mich dusselig angestellt.

Dann aber ging ich zum Service Schalter der Bahn - und erfuhr dort, dass mein Geld, insgesamt hatte ich immerhin 60 Euro nachgezahlt - wohl auf immer in den Kassen der Deutschen Bahn verbleiben wird. Denn, so belehrte mich der Bahnmitarbeiter: Rückerstattung nur innerhalb von zwei Wochen. Meine Fahrt aber ist vier Wochen her. "Zwei Wochen?", fragte ich, das Fragezeichen vermutlich ins Gesicht geschrieben. "Steht auch drauf", kam als Antwort. Stimmt sogar, da unten, ganz klein, steht das. Aber, nein, ich habe mir nicht das Kleingedruckte durchgelesen, das auf der Quittung steht - sondern sie einfach eingesteckt. Schließlich hatte der Schaffner gesagt, dass ich das Geld zurückbekomme - von einer Frist war nicht die Rede. Und welchen vernünftigen Grund sollte es für eine so knappe Frist auch geben? Wie hätte ich auf diese Idee kommen sollen?

Dieses ist die Kopie des Formulars, das nun, samt Quittungen, auf dem Weg zum Bahn Card-Service ist. Hätten Sie die 14-Tages-Frist bemerkt?
Dieses ist die Kopie des Formulars, das nun, samt Quittungen, auf dem Weg zum Bahn Card-Service ist. Hätten Sie die 14-Tages-Frist...Scan: Tsp

Den Bahnmitarbeiter aber konnte ich mit meinen Argument nicht überzeugen, sie interessierten ihn auch überhaupt nicht. Kulanz? Offenbar nie gehört. Ich bin seit Jahren BahnCard 50-Kundin, ich lasse pro Jahr einen vierstelligen Eurobetrag bei der Deutschen Bahn - aber selbst, wenn dem nicht so wäre, fände ich das Benehmen der Bahn unverfroren. Meine Quittungen sind jetzt auf dem Weg zum BahnCard Service, noch habe ich die Hoffnung auf mein Geld nicht aufgegeben.

Welcher Meinung sind Sie, liebe Leserinnen, liebe Leser? Ist die Beschwerde unserer Redakteurin überzogen oder berechtigt? Und welche Erlebnisse mit dem Service der Deutschen Bahn haben Sie gemacht? Nutzen Sie die einfach zu bedienende Kommentarfunktion unter diesem Artikel und diskutieren Sie mit!

Autor

56 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben