Wirtschaft : Letzte Runde im Kampf um Riesenauftrag Airbus und Boeing geben Angebot ab

von

Berlin - Der Streit um den sogenannten „Jahrhundertauftrag“ der US-Luftwaffe zum Bau von 179 Tankflugzeugen geht offenbar in die letzte Runde. Am Freitag endete die Frist, in der Bewerber ihre Angebote vorlegen konnten. Sowohl der US-Flugzeugbauer Boeing als auch die amerikanische Tochter des europäischen Herstellers Airbus gaben bereits am späten Donnerstag ihre „finalen Angebote“ ab. Nun liegt das letzte Wort beim US-Verteidigungsministerium. Das machte zunächst keine Angaben, wann es über die Vergabe mit einem Volumen im Wert von rund 35 Milliarden Dollar (rund 26 Milliarden Euro) entscheiden will. Mit Folgeaufträgen könnte das Volumen auf 100 Milliarden Dollar steigen.

Beobachter gehen davon aus, dass sich das Pentagon viel Zeit nimmt, die mehreren tausend Seiten starken Akten genau zu prüfen, um keine neue Panne zu produzieren. Schon mehrfach war in den vergangenen Jahren eine Entscheidung verkündet worden: Erst erhielt Boeing den Zuschlag – bis Airbus Fehler bei der Vergabe nachweisen konnte. Dann gewann Airbus, was Boeing stoppen konnte. Vor drei Jahren nahm das Ministerium einen neuen Anlauf. Der Fall ist in den USA ein Politikum und wurde auch für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert. Daher gaben sich auch beide Firmen zuletzt besonders patriotisch. „Wir bieten ein real existierendes Flugzeug an, das schon bewiesen hat, was es für unsere Männer und Frauen in Uniform leisten kann“, sagte der Nordamerika-Chef der Airbus- Muttergesellschaft EADS. Airbus geht mit dem Modell KC-45 ins Rennen, das auf Basis des zivilen A330 entwickelt wurde. Bei einem Zuschlag würden 48 000 Jobs bei Airbus in Alabama und bei Zulieferern entstehen. Boeing-Chef Jim McNerney warb für seinen kleineren Tanker „NewGen“ (auf Basis der 767) mit den Worten: „Die Entscheidung ist ausschlaggebend für Amerikas nationale Sicherheit und seine Industrie“. Er versprach 50 000 Jobs.Kevin P. Hoffmann

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar