Wirtschaft : Letzte Sparte von Grundig verkauft

Türkisch-britisches Konsortium übernimmt die Heimelektronik

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München (jojo/HB). Das Ende von Grundig als eigenständiges Unternehmen ist besiegelt: Für rund 80 Millionen Euro übernimmt das britischtürkische Konsortium Alba/Beko die Heimelektronik-Sparte des Nürnberger Traditionsunternehmens. Insolvenzverwalter Siegfried Beck sagte am Donnerstag, der Betrieb solle mit mindestens 200 Beschäftigten weiterlaufen. Der Sitz von Grundig soll weiterhin in Nürnberg bleiben.

Die Grundig AG musste im vergangenen April Insolvenz anmelden, nachdem hohe Verluste aufgelaufen waren. Mehrere Rettungsaktionen und Umstrukturierungen schlugen fehl. Seitdem hat Insolvenzverwalter Beck die meisten Unternehmensteile verkauft, darunter die Produktion von Autoradios und die Diktiergerätefertigung. Das letzte eigene Fernsehgerätewerk kam im vergangenen Herbst unter den Hammer.

Die neuen Eigentümer werden Grundig in zwei Teile aufspalten: Eine Gesellschaft werde den weltweiten Service übernehmen. In dem anderen Bereich werden Forschung sowie Marketing und Vertrieb angesiedelt. Chef beider Gesellschaften wird Hubert Roth, zuletzt Marketingleiter. Alba und Beko wollen sicher stellen, dass die Marke Grundig dauerhaft am Markt bleibt. Der türkische Fernseherproduzent Beko war bereits vor der Insolvenz an Grundig interessiert gewesen. Wegen der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 200 Millionen Euro und anderer finanzieller Risiken bei Grundig war der Konzern aber nicht eingestiegen.

Ziel von Beko ist es, zum europäischen Marktführer aufzusteigen. Beko produziert Fernseher unter eigenem Namen und für andere Marken, unter anderem den britischen Unterhaltungsgerätehersteller Alba.

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