Wirtschaft : Leuchtendes Vorbild

Die Glühbirne verschwindet. Doch es gibt Alternativen. Einige hat die Stiftung Warentest jetzt getestet

Jana Gioia Baurmann
Vertraute Form. Halogenlampen können aussehen wie herkömmliche Glühbirnen. Foto: dpa
Vertraute Form. Halogenlampen können aussehen wie herkömmliche Glühbirnen. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Im Museum „Reina Sofía“ in Madrid hängt sie, die Glühbirne. In Öl und auf Leinwand, gemalt vom spanischen Künstler Pablo Picasso. „Guernica“ heißt das Gemälde, auf dem der Glühdraht hinter Glas leuchtet. Langsam, aber sicher ist auch die handelsübliche Glühbirne ein Fall fürs Museum. 2009 und 2010 verschwanden bereits die 100- und 75-Watt-Glühbirnen aus den Läden, ab dem 1. September müssen die 60-Watt-Glühbirnen weichen.

Pünktlich zum Abschied und damit zum Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen hat die Stiftung Warentest energiesparende Lampen getestet – und erstmals seit langer Zeit die Note „sehr gut“ vergeben. Strahlende Testsieger sind die beiden LED-Lampen von Osram und Philips. Sie überzeugten die Tester in Hinblick auf ihre Lebensdauer, Lichtausbeute und die Quecksilberbilanz. Weiterer Pluspunkt: Wenn man sie einschaltet, erstrahlen die beiden Lampen sofort mit voller Helligkeit. Die Qualität hat allerdings einen stolzen Preis: die Osram Parathon Pro Classic A 80 kostet 45 Euro, die Philips MyAmbiance 40 Euro. Sie sollten deshalb bevorzugt dort eingesetzt werden, wo sie oft und lange betrieben werden, zum Beispiel im Wohnzimmer.

Bei den Kompaktleuchtstofflampen, die eher als Energiesparlampen bekannt sind, gibt es erhebliche Unterschiede. Nur fünf von ihnen wurden mit „Gut“ bewertet. Mit Preisen zwischen 2,29 Euro und sieben Euro sind sie jedoch wesentlich günstiger als die LED-Modelle.

Viele Verbraucher meiden Energiesparlampen, weil sie Angst vor Quecksilber haben. Zu Unrecht, wie die Tester meinen. Zwar enthalten Kompaktleuchtstofflampen Quecksilber, das tritt aber nur aus, wenn die Lampe zerstört wird. Aber selbst dann muss man nicht in Panik verfallen. Die geringen Mengen seien in keinem Fall akut gesundheitsgefährdend, teilte die Stiftung Warentest mit. Dennoch sollte man sich – sicherheitshalber – der Belastung nicht länger aussetzen als nötig, raten die Stiftung und das Umweltbundesamt. Zerbricht die Lampe, sollten Verbraucher den Raum sofort gründlich lüften. Die Lampensplitter sollte man zusammenkehren und in einem verschließbaren Glas entsorgen, die restlichen Splitter mit dem Staubsauger entfernen und dann den Beutel in den Müll werfen.

In Räumen, in denen Kinder beim Spielen eine Leuchte beschädigen könnten, sollten vorsorglich Kompaktleuchtstofflampen mit Amalgam und Hüllkolben verwendet werden. Optimal sind splittergeschützte Modelle mit Plastik- oder Silikonmantel, wie etwa die Megaman Softlight CT0215i. Allerdings steigen ohnehin immer mehr Hersteller von Quecksilber auf Amalgam um, das man als Zahnfüllmaterial kennt. Und: In LED- und Halogenlampen steckt ohnehin kein Quecksilber.

Schlusslichter im Test sind Halogenglühlampen, die zwar angenehm leuchten, jedoch viel Energie brauchen und nicht lange halten. Sie wurden nur mit „Ausreichend“ bewertet.

Alle drei Varianten von energiesparenden Lampen sind beim Kauf teurer als eine Glühbirne. Laut Stiftung Warentest lohnt sich die Anschaffung trotzdem: Die Lampen verbrauchen weniger Strom und halten länger. Mit einem günstigen Modell kann man bereits nach einem Jahr sparen, mit einer teuren LED-Lampe ist man allerdings erst nach vier Jahren im Plus. Ob man nun mit dem Kauf wartet, bis auch LED-Lampen billiger werden, bleibt jedem selbst überlassen. Beim Kauf sollte man auf die Lumen-Angabe achten, das ist die Einheit, die den Lichtstrom angibt: 590 bis 650 Lumen entsprechen 60 Watt.

„Ich bete jeden Abend zu meiner Glühbirne“, erklärte der Schriftsteller und Futurist Filippo Tommaso Marinetti einst. Im nächsten Jahr ist mit allen Haushaltsglühlampen, die mehr als zehn Watt verbrauchen, Schluss. Dann betet man zu Lumen, nicht zu Watt.

Unsere Rubrik „Kaufen oder Nicht“ erscheint wieder in der kommenden Woche.

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