LEXIKON : Wenn die Wirtschaft schrumpft

DIE URSACHE



Von einer Rezession sprechen Volkswirte in der Regel dann, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale nacheinander zurückgeht – und zwar im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal. Sinkt das Bruttoinlandsprodukt, die Summe aller produzierten Güter und Dienstleistungen, über einen längeren Zeitraum, liegt sogar eine Depression vor. Allerdings können die Statistikämter eine Rezession meist erst dann vermelden, wenn sie bereits in vollem Gang oder schon vorüber ist.

DIE FOLGEN

Praktisch bedeutet das, dass die Unternehmen nicht mehr genügend Aufträge bekommen und sparen müssen. Sie investieren also nicht mehr in neue Anlagen, bauen Überstunden ab, führen Kurzarbeit ein – oder schließen im schlimmsten Fall Fabriken und streichen Arbeitsplätze. Zugleich steigen die Preise und Löhne kaum noch, die Steuereinnahmen gehen zurück. Eine Verschlechterung der Konjunkturlage zeichnet sich aber meist viel früher ab – in den zahlreichen Umfragen und Stimmungsindikatoren, die bei Unternehmern und Verbrauchern erhoben werden. Auch die Börsenkurse sind ein guter Anhaltspunkt. Das haben Ökonomen der britischen Bank Barclays Capital analysiert: Bei den sechs letzten Phasen ausgeprägter Aktienschwäche in Europa sind in drei Fällen ausgewachsene Rezessionen gefolgt und in zwei Fällen Beinahe-Rezessionen.

DIE HISTORIE

Die erste Rezession erlebte die Bundesrepublik 1967 – mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf damals hohe 460 000. Ölkrisen 1974/75 und 1981/82, die Folgen der Wiedervereinigung 1993 und das Ende des Internetbooms 2001/2002 lösten weitere Schwächephasen aus. brö

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