Lexus : Prinz Albert: Hochzeit mit Japaner

Die Toyota-Tochter Lexus stellt das Brautpaarauto für Prinz Albert und Charlene Wittstock. Ausschlaggebend wird für den Monarchen, der in Umweltstiftungen aktiv ist und auf Klimaschutzkongressen spricht, die Ökobilanz des Wagens gewesen sein.

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Panoramakuppel. Für die Fürstenhochzeit wurde eine Limousine der Toyota-Tochter Lexus umgebaut.
Panoramakuppel. Für die Fürstenhochzeit wurde eine Limousine der Toyota-Tochter Lexus umgebaut.Foto: promo

Monaco - Zwei Quadratkilometer bieten genug Raum für große Gefühle, aber zu wenig für eine eigene Autoindustrie. Deshalb hat Fürst Albert von Monaco bei der Wahl seines Hochzeitsautos vollkommen unabhängig entscheiden dürfen: Während Victoria von Schweden vergangenes Jahr ihre Gäste in brautkleidweißen Volvos umherkutschieren ließ und William und Kate dem englischen Volk als brave Patrioten aus einem königsblauen Aston Martin zuwinkten, hat Albert also einer Limousine der japanischen Toyota-Tochter Lexus den Vorzug gegeben. Stolz gibt das Unternehmen auf seiner Website bekannt, das eigens entworfene Hochzeitsautomobil werde demnächst seiner Durchlaucht in Monaco zugestellt.

Ausschlaggebend wird für den Monarchen, der in Umweltstiftungen aktiv ist und auf Klimaschutzkongressen spricht, die Ökobilanz des Wagens gewesen sein. Die Luxuslimousine LS 600h fährt mit Hybridantrieb. Streckenweise kann ganz auf den Elektromotor umgestellt werden, und da Albert und seine Freundin Charlene Wittstock planmäßig im Schritttempo den kurzen Weg durch ihr kleines Land rollen werden, dürfte das nahezu emissionsfrei vonstatten gehen.

Nichtsdestotrotz liegt die Frage nahe, weshalb es kein europäisches Gefährt hat sein dürfen. Prinz Albert und die schöne südafrikanische Schwimmerin, sie sind das eine, letzte europäische Adelspaar, das noch unverheiratet ist. Es werden mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Europäer als Asiaten vor den Fernsehern sitzen, wenn sie sich am 2. Juli vor mehr als 1000 nahezu ausschließlich europäischen Gästen auf dem Platz vor dem Fürstenpalast das Ja-Wort geben. Haben wir nicht ein Recht darauf, dass sie in einem unserer Autos sitzen?

Aus der Automobilbranche gab es am Freitag nach Bekanntwerden der Meldung auch prompt Reaktionen des Bedauerns. „Wir sind überzeugt, dass die Hochzeit mit einem Mercedes-Benz unter einem sehr guten Stern gestanden hätte“, sagte Daimler-Sprecher Tobias Müller. Selbstverständlich gebe es auch bei Mercedes vergleichbar klimaschonende Fahrzeugmodelle, „zum Beispiel eine S-Klasse mit Hybridantrieb“.

Alberts Mutter, Grace Kelly, hatte seinerzeit in einem Rolls-Royce Platz genommen. „Es wäre schön gewesen, wenn man daran hätte anknüpfen können“, hieß es von BMW.

Auch beim Verband der Deutschen Automobilindustrie habe man die Meldung zur Kenntnis genommen, sagte Sprecher Eckehart Rotter dem Tagesspiegel. „Wir hätten es natürlich begrüßt, wenn der Fürst sich stattdessen für einen Bentley oder Maybach entschieden hätte.“ Bentley gehört zum VW-Konzern, Maybach zu Daimler. „Wichtig ist ja aber in erster Linie der Marktanteil, und da können wir erfreut darauf verweisen, dass 80 Prozent aller Premiumfahrzeuge weltweit von deutschen Automobilherstellern gestellt werden“, sagte Rotter. Diese legten international in Technologie, Komfort und Design die Maßstäbe vor. Man nehme es also gelassen, dass Albert und Charlene im Beisein eines Lexus unter die Haube kommen.

Apropos Haube: Die abnehmbare, transparente Kunststoffkuppel immerhin, die das Brautpaar vor etwaigem Regen schützen soll, wurde in Europa gefertigt. In Belgien.

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