Wirtschaft : Li gegen Lee

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Li Peng und Lee Kuan Yew sind beide autoritäre ExPremierminister. Während der Chinese Li versucht, sich vom Massaker am Tiananmenplatz zu distanzieren, ist der aus China stammende Gründer Singapurs, Lee, überzeugt, dass es richtig war, die Studenten zu töten. China ginge es nicht besser, wenn das kommunistische System zusammengebrochen wäre, sagte er vergangene Woche in Singapur. Deng Xiaopings Entscheidung zu dem Massaker sei richtig gewesen. Lee hat die Auffassung, dass Demokratie und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen, nie geteilt. Für den Chinesen Li muss das wie Musik geklungen haben, nicht nur wegen der Rechtfertigung des Massakers, sondern auch, weil Lee die Verantwortung auf Deng Xiaoping schiebt. Li gilt als mitverantwortlich. Lee ermutigt die autoritäre chinesische Führung, ihre Modernisierung im Stile Singapurs durchzuführen. Dass Freiheit und Wohlstand nicht zusammengehen müssen, scheint Lee Kuan Yew zu beweisen. Lee ist überzeugt, dass sein Erbe in der Geschichte positiv gesehen werden wird – die Kontrolle seiner politische Maschinerie hat ihn vor Massakern bewahrt. Li Peng ist sich seines Andenkens weniger gewiss. Daher rühren seine Versuche, die Verantwortung abzuwälzen.

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