Wirtschaft : Liberty Media spielt im Murdoch-Imperium bald die dritte Geige

WALTER PFAEFFLE

NEW YORK .John Malone, der Lenker der Liberty Media Group, wird in Rupert Murdochs News Corporation drittgrößter Aktionär.Das meldete jetzt die Zeitung "Los Angeles Times".Danach will Liberty für 700 Mill.Dollar die Hälfte von MCI Worldcoms fünfprozentiger Beteiligung bei News Corp übernehmen und gleichzeitig Libertys 50 Prozent-Anteil an Fox Liberty Sports Network LCC an News Corp abgeben.Gesamtwert der Transaktion: 2,1 Mrd.Dollar.Malone würde im Gegenzug nichtstimmberechtigte News Corp-Aktien im Wert von 1,4 Mrd.Dollar erhalten.Malone wäre dann mit 7,5 Prozent Beteiligung News Corps drittgrößter Aktionär hinter Capital Group (8,5 Prozent) und der Murdoch-Familie (30 Prozent).

Malones Aktientausch gilt an der Wall Street als Vertrauensvotum für ein Unternehmen, das von vielen Anlegern immer noch gemieden wird.News Corp werde möglicherweise MCI Worldcoms restliche News Corp-Aktien für 700 Mill.Dollar zurückkaufen oder sie von einem anderen Investor übernehmen, heißt es an der Wall Street.MCI Worldcom war 1995 zu den fünf Prozent News Corp-Aktien gekommen, weil die beiden Unternehmen ursprünglich ein Satelliten-Joint-Venture geplant hatten.Daraus wurde nichts, und MCI Worldcom versucht seitdem, die Aktien wieder loszuwerden.Fox/Liberty Sports Network besitzt und betreibt zwölf regionale Kabelsportkanäle und ist darüberhinaus an weiteren zwölf regionalen Kabelsportkanälen in unterschiedlichen Größenordnungen beteiligt.Liberty ist außerdem an dem überregionalen Sportkanal Fox Sports Net zu 50 Prozent beteiligt.

News Corp und Liberty gründeten ihr Joint Venture vor drei Jahren als Gegengewicht zum führenden Sportnetzwerk ESPN.Malone und Murdoch haben im Laufe der vergangenen Jahre in zahlreichen Geschäftsbereichen kooperiert.Der jüngste Deal der beiden ist nach Meinung von Wall-Street-Analysten ein Signal für andere Investoren, daß Malones Vertrauen in News Corp stark genug ist, um sein eigenes Kapital zu riskieren.

An der Börse wurden News Corp-Aktien im vergangenen Jahr zwischen 25 und 30 Dollar gehandelt.Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aber deutlich unter dem anderer, konkurrierender Mediengiganten wie Time Warner, Viacom und CBS.Investoren befürchten, daß die News Corp-Papiere durch strategische, mit Aktien finanzierte Übernahmen in Zukunft verwässert werden.Murdoch versuchte im vergangenen Jahr, derartige Bedenken durch den Verkauf von 18 Prozent der Fox Entertainment Group an das Publikum entgegenzuwirken, doch die Fox-Aktie steht nur um fünf Dollar über ihrem Ausgabekurs von 22,50 Dollar im November.News Corp schloß am Dienstag an der New Yorker Wall Street bei einem Kurs von 33,15 Dollar.

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