Libor-Affäre : Deutsche Bank verhandelt mit Behörden

Das Geldhaus führt Gespräche in Großbritannien und den USA, berichtet das "Wall Street Journal". Demnach streben die Behörden eine Einigung noch vor Ende des Jahres an.

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. "Soll" und "Haben" nennt die Bevölkerung die beiden Türme.
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. "Soll" und "Haben" nennt die Bevölkerung die beiden Türme.Foto: dpa

Im Skandal um die Manipulation des internationalen Referenzzinssatzes Libor verhandelt die Deutsche Bank einem Zeitungsbericht zufolge mit den Behörden in den USA und in Großbritannien über eine gütliche Einigung. Für die Einstellung der Ermittlungen könnten für das größte deutsche Kreditinstitut am Ende "hunderte Millionen Dollar" fällig werden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Quellen.

Die Behörden strebten eine Einigung noch vor Jahresende an. Es sei aber "wenig wahrscheinlich", dass die Gespräche vor Anfang 2015 abgeschlossen seien.

Laut "Wall Street Journal" sind an den Gesprächen in den USA die für Finanzderivate zuständige Kommission CFTC und das Justizministerium beteiligt. In Großbritannien verhandle die Deutsche Bank mit der Finanzaufsicht FCA.

2012 wurden die Manipulationen entdeckt

Der Skandal um die Manipulation internationaler Zinssätze war im Sommer 2012 bekannt geworden. Von Seiten mehrerer Banken aus verschiedenen Ländern hatte es Unregelmäßigkeiten bei der Festsetzung der Referenzsätze Libor und Euribor gegeben.

Der Libor ist der Zinssatz, zu dem sich Banken am Finanzplatz London untereinander Geld leihen. Der Euribor ist ein Zinssatz für Geldgeschäfte in der Währung Euro. Diese Sätze werden täglich von Banken festgelegt, von ihrer Höhe sind etwa Haus- und Verbraucherkredite sowie andere Finanzprodukte abhängig.

Die Deutsche Bank zahlte bereits 725 Millionen Euro

Die Deutsche Bank musste wegen des Skandals im vergangenen Dezember bereits eine Strafe von 725 Millionen Euro an die Europäische Kommission zahlen. Ohne auf die angeblich nun laufenden Gespräche mit den Behörden in den USA und Großbritannien einzugehen, erklärte die Deutsche Bank in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP, sie kooperiere in der Libor-Affäre in "verschiedenen laufenden Untersuchungen". AFP

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