Lidl-Chef Schwarz : Erfolgreich und verschwiegen

Alle kennen den Namen seiner Discount-Läden, aber den Chef von Lidl kennt kaum jemand. Wo Kameras auftauchen, ist der gebürtige Heilbronner Dieter Schwarz nicht zu sehen.

Werner Scheib[dpa]

NeckarsulmUm das Geschäft in seinen Läden, die Lidl und Kaufland heißen, macht Dieter Schwarz eine ähnliche Geheimniskrämerei wie um seine eigene Person. Branchenkenner gehen davon aus, dass Schwarz in Deutschland rund 2900 Lidl-Märkte und 500 Kaufland-Filialen betreibt. Europaweit dürften es etwa 8000 Lidl- und Kauflandläden sein. Die Zahl der Mitarbeiter in der Schwarz-Gruppe liegt bei über 170.000, davon allein mehr als 48.000 bei Lidl in Deutschland.

Erstmals in der Geschichte von Lidl, die 1973 mit dem ersten Discounter-Markt im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen begann, gab das Unternehmen im März vergangenen Jahres eine Umsatzzahl von 44 Milliarden Euro für die Schwarz-Gruppe bekannt. Wie groß der Anteil von Lidl daran ist, ist nicht bekannt.

Unternehmensinhaber Dieter Schwarz wurde am 24. September 1939 in Heilbronn als Sohn des Kaufmanns Josef Schwarz geboren. Er machte Abitur und dann eine Ausbildung im väterlichen Betrieb. 1962 erhielt er die Prokura und wurde ein Jahr später persönlich haftender Gesellschafter der Lidl & Schwarz KG. Er soll sich für den Namen eines früheren Partners Lidl auch deshalb entschieden haben, weil ihm der Namen "Schwarz-Markt" nicht ideal erschien.

Viertreichster Deutscher

Nach dem Tod des Vaters übernahm Dieter Schwarz 1977 die Unternehmensführung allein. Er machte die Schwarz-Gruppe mit Lidl zu einem großen Discounter und begann damit, die Waren teils aus dem Karton deutlich günstiger an eine preisbewusste Kundschaft zu verkaufen. Heute zählt Dieter Schwarz zu den reichsten Bundesbürgern. Im vergangenen Oktober hatte das "Manager Magazin" sein Vermögen auf 10,3 Milliarden Euro taxiert. In der Liste der 100 reichsten Deutschen war das Platz vier hinter den beiden Albrecht-Brüdern (Aldi) und der Familie Porsche/Piëch.

Schon 1999 zog sich Schwarz aus der operativen Konzernleitung zurück und übertrug die Verantwortung einem Management. Doch er ist weiterhin in seinem Unternehmen präsent. Wie zuverlässig zu erfahren ist, hängen strategische Entscheidungen auch heute noch von seiner Zustimmung ab. Schwarz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er gilt als Mäzen, hat unter anderem eine private Managementhochschule in Heilbronn finanziert und die Sanierung der Kilianskirche in Heilbronn unterstützt.

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