Wirtschaft : Liebe zur Luftfahrt

Der Wende hat Erhard Drawer einiges zu verdanken - beispielsweise die Erkenntnis, daß sein Herz für Leipzig schlägt.Bevor er im Oktober 1996 als einer von zwei Geschäftsführern der Berliner-Lufthansa Airport Services GmbH (B.L.A.S.) in Tegel andockte, arbeitete der langjährige Lufthanseat zwischen Ende 1989 und September 1996 in Leipzig; zunächst als Dienststellenleiter für die neue Station, dann als Geschäftsführer für die Lufthansa Airport Service Leipzig GmbH.Ein Foto an der Wand, eines der raren Ausstattungsgegenstände in seinem Büro, die etwas von seiner Person zu erkennen geben, erinnert an die prägenden Aufbaujahre, die Zusammenarbeit mit Interflug, die Begeisterungsfähigkeit der jungen Mitarbeiter - bleibende Eindrücke.

In Ostpreussen geboren und als Kind einer Bauernfamilie aufgewachsen kam Erhard Drawer in jungen Jahren nach Holstein ("Ich bin und bleibe Holsteiner"), wo er sich nach der Mittleren Reife zur Ausbildung zum Holzkaufmann entschloss.Doch "seine Vorliebe für die Luft" trieb den damals 25jährigen dann doch zielsicher in die Arme der Deutschen Lufthansa; zunächst als Mitarbeiter für die Flugzeugabfertigung, dann als Betriebsleiter für die Lufthansa-Station in Hamburg.Fast ein Viertel Jahrhundert blieb er der Station treu.Mit Rücksicht auf seine zwei Töchter verzichtete Drawer auf eine Versetzung ins Ausland.

Mit dem Fall der Mauer nahm er dann die Chance zur eigenen Veränderung wahr.Nach den intensiven Jahren in Leipzig wurde ihm schließlich von höchster Stelle ein Job in Berlin angeboten.Bei einem Aufenthalt in Leipzig erinnerte sich Konzernchef Jürgen Weber an den Mann, der schon immer an die Spree wollte.Seit Oktober 1996 arbeitet Erhard Drawer in Tegel, zunächst noch als Geschäftsführer ohne Geschäftsbereich.Seit Anfang 1997 ist er für den Betrieb zuständig.Vom Check-in über Lost and Found bis hin zur kompletten Flugzeugabfertigung fällt alles in seinen Verantwortungsbereich.

Nicht immer ein einfaches Geschäft, zumal auch die B.L.A.S.die Sparpolitik der großen Airlines immer mehr zu spüren bekommt.Umsatz und Ertrag jedenfalls sind klar rückläufig und die Liberalisierung der Bodenabfertigungsdienste bringt die B.L.A.S.zusätzlich in Zugzwang.Ganz entscheidend für den Vorgesetzten Drawer, der sich als pragmatisch und offen beschreibt, ist, daß seine Mitarbeiter flexibel sind und auch Kritik artikulieren können.Nähe zum Kunden und schnelle Entscheidungen gehören genauso zu seinen Maximen.

Bis 2002 läuft der Vertrag des heute 56jährigen noch.Was danach kommt? Der in Heiligensee wohnende Drawer wird nach seiner Pensionierung als Privatmann sicherlich einige Zeit auf See verbringen.Schon bei der Weltumsegelung auf dem Dreimaster seiner Tochter war er des öfteren mit von der Partie.

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